Die Wanderung zum Schäfler verbindet einige der bekanntesten Orte im Alpstein: Ebenalp, Schäfler, Äscher und Seealpsee.
Ich bin mit der Luftseilbahn auf die Ebenalp gefahren und von dort Richtung Schäfler gestartet. Ursprünglich wollte ich über die Altenalp weiter absteigen, habe die Route unterwegs aber geändert, weil mir dieser Abschnitt zu steil und ausgesetzt erschien.
Gerade diese Entscheidung gehört für mich zu einem realistischen Wanderbericht dazu: Eine Route muss nicht um jeden Preis wie ursprünglich geplant fertiggelaufen werden.
Kurzinfos zur Wanderung
- Start: Bergstation Ebenalp
- Ziel: Wasserauen
- Distanz: ca. 10 km
- Dauer: ca. 3 h 20 min
- Aufstieg: ca. 380 Höhenmeter
- Abstieg: ca. 1’100 Höhenmeter
- Schwierigkeit: Bergwanderung
- Kondition: mittel
- Ausrüstung: Wanderschuhe mit gutem Profil
- Anreise: mit dem ÖV nach Wasserauen, anschliessend mit der Luftseilbahn auf die Ebenalp

Anreise mit dem ÖV
Die Wanderung beginnt praktisch direkt an der Bergstation der Luftseilbahn Wasserauen–Ebenalp.
Mit dem Zug gelangt man bis nach Wasserauen. Von dort sind es nur wenige Schritte bis zur Talstation der Luftseilbahn.
Ich fand diese Variante angenehm, weil man sich einen grossen Teil des Aufstiegs spart und direkt oben in die eigentliche Wanderung starten kann.
Die aktuellen Fahrpläne der Bahn und der Luftseilbahn würde ich vor der Tour nochmals prüfen, insbesondere ausserhalb der Hauptsaison.
Die Wanderung
Von der Ebenalp zum Schäfler
Von der Bergstation Ebenalp führt der Weg zunächst über die offene Berglandschaft Richtung Schäfler.
Der Weg steigt kontinuierlich an, ist auf diesem Abschnitt aber grundsätzlich gut begehbar. Schon während des Aufstiegs öffnen sich immer wieder weite Blicke über den Alpstein.
Je näher man dem Schäfler kommt, desto markanter wird die Landschaft.

Am Schäfler
Oben angekommen, erreicht man das Berggasthaus Schäfler.
Allein die Lage des Hauses ist eindrücklich. Für mich war aber vor allem die Aussicht der eigentliche Grund, hierher zu wandern.

Vom Schäfler aus hat man einen weiten Blick über die markanten Bergketten des Alpsteins.
Gerade bei guter Sicht lohnt es sich, hier etwas länger zu bleiben und nicht sofort weiterzulaufen.

Warum ich meine Route geändert habe
Ursprünglich hatte ich geplant, vom Schäfler über die Altenalp weiterzugehen.
Als ich den weiteren Weg und das Gelände vor Ort sah, entschied ich mich jedoch dagegen. Der Abschnitt wirkte auf mich zu steil und ausgesetzt, sodass ich mich auf dieser Variante nicht wohlgefühlt hätte.

Ich entschied mich deshalb, wieder Richtung Ebenalp zurückzugehen und die Tour anschliessend über Äscher und Seealpsee fortzusetzen.
Für mich war das die richtige Entscheidung.
Gerade in den Bergen finde ich es wichtig, nicht nur deshalb an einer Route festzuhalten, weil man sie vorher so geplant hat. Wenn sich ein Weg vor Ort unangenehm oder zu anspruchsvoll anfühlt, sollte man die Tour entsprechend anpassen.
Weiter Richtung Äscher
Zurück im Bereich der Ebenalp ging es weiter Richtung Äscher.
Die Landschaft verändert sich hier nochmals deutlich. Statt der offenen Aussicht rund um den Schäfler dominieren zunehmend die steilen Felswände.

Äscher-Wildkirchli
Das Berggasthaus Äscher liegt direkt unter einer mächtigen Felswand und gehört wahrscheinlich zu den bekanntesten Motiven im Alpstein.
Auch wenn der Ort entsprechend viele Besucher anzieht, fand ich die Lage eindrücklich.

Vom Äscher zum Seealpsee
Vom Äscher führte meine Route weiter hinunter Richtung Seealpsee.
Dabei verliert man deutlich an Höhe. Der Abstieg sollte trotz der kurzen Distanz auf der Karte nicht unterschätzt werden.
Je nach Wetter können einzelne Stellen feucht oder rutschig sein. Gerade bei längeren Abstiegen merkt man ausserdem schnell, wie stark die Beine bereits belastet wurden.

Kurz vor dem Seealpsee folgt nochmals ein kurzer Gegenanstieg. Dieser ist nicht besonders lang, kommt nach dem längeren Abstieg aber etwas unerwartet und ist in den Beinen durchaus spürbar.
Unten angekommen bildet der Seealpsee einen starken Kontrast zu den felsigen Abschnitten rund um Schäfler und Äscher.

Vom Seealpsee nach Wasserauen
Vom Seealpsee führt der letzte Abschnitt weiter hinunter nach Wasserauen.
Technisch ist dieser Teil deutlich weniger spektakulär als die vorherigen Abschnitte. Nach den bereits zurückgelegten Höhenmetern kann sich der lange Abstieg aber trotzdem ziehen.
Gerade der gesamte Höhenverlust war für mich am Ende konditionell spürbarer, als es der vergleichsweise kurze Aufstieg zum Schäfler zunächst vermuten liess.
Am Ende erreicht man wieder Wasserauen und damit den Bahnhof sowie die Talstation der Luftseilbahn.
Schwierigkeit und meine persönliche Einschätzung
Die von mir schlussendlich gelaufene Route empfand ich technisch grundsätzlich als gut machbar.
Unterschätzen würde ich allerdings den langen Abstieg.
Durch die Luftseilbahn spart man zu Beginn viele Höhenmeter im Aufstieg. Diese Höhe muss man auf dem Weg über Äscher und Seealpsee nach Wasserauen jedoch wieder verlieren.
Insgesamt kommen dadurch ungefähr 1’100 Höhenmeter Abstieg zusammen.
Wer empfindliche Knie hat oder längere Abstiege nicht gewohnt ist, sollte das bei der Planung berücksichtigen.
Der ursprünglich geplante Abschnitt über die Altenalp war für mich persönlich zu steil und ausgesetzt. Das bedeutet nicht, dass der Weg generell nicht machbar ist. Ich habe mich dort schlicht nicht wohlgefühlt und deshalb meine Route geändert.
Genau so würde ich es wieder machen.
Kosten
Die wichtigsten zusätzlichen Kosten entstehen durch die Luftseilbahn Wasserauen–Ebenalp. Vor der Tour lohnt sich ein kurzer Blick auf die offizielle Website der Ebenalpbahn.
Hinzu kommen je nach Ausgangsort die Kosten für die An- und Rückreise mit dem öffentlichen Verkehr.
Mein Fazit
Die Wanderung über Schäfler, Äscher und Seealpsee bietet auf einer einzigen Tour sehr unterschiedliche Eindrücke.
Am besten gefallen hat mir die Aussicht rund um den Schäfler. Die markanten Bergketten des Alpsteins sind aus dieser Perspektive besonders eindrücklich.
Der Äscher ist deutlich touristischer, gehört aufgrund seiner speziellen Lage unter der Felswand für mich aber trotzdem zur Route dazu.
Auch der Seealpsee passt gut als letzter landschaftlicher Höhepunkt vor dem Abstieg nach Wasserauen.
Den langen Abstieg sollte man allerdings nicht unterschätzen.
Meine Entscheidung, den ursprünglich geplanten Weg über die Altenalp nicht weiterzugehen, würde ich jederzeit wieder genauso treffen. Gerade beim Wandern finde ich es wichtiger, sich auf einer Route sicher und wohlzufühlen, als einen vorher festgelegten Plan um jeden Preis durchzuziehen.
Meine Tipps
- Früh starten. Ebenalp, Äscher und Seealpsee können an schönen Tagen sehr gut besucht sein.
- Wetter prüfen. Die Bedingungen im Alpstein können sich schnell verändern.
- Gute Wanderschuhe tragen. Besonders für den langen Abstieg ist ein gutes Profil hilfreich.
- Den Abstieg nicht unterschätzen. Trotz Seilbahnfahrt kommen viele Höhenmeter bergab zusammen.
- Route bei Bedarf anpassen. Wenn sich ein Abschnitt vor Ort nicht gut anfühlt, lieber eine Alternative wählen.
- Aktuelle Fahrzeiten prüfen. Das gilt sowohl für den Zug als auch für die Ebenalpbahn.
- Genügend Zeit am Schäfler einplanen. Für mich war dort die Aussicht das eigentliche Highlight der Wanderung.



