Die Wanderung von Kreuzlingen nach Steckborn ist die erste Etappe der ViaRhenana und folgt über 19 Kilometer dem Seerhein und Untersee.
Die Strecke ist technisch einfach, durch ihre Länge aber trotzdem eine richtige Tageswanderung. Besonders abwechslungsreich fand ich den Wechsel zwischen Feldern im Tägermoos, dem Wasser rund um Gottlieben, dem etwas hügeligeren Abschnitt bei Triboltingen und Ermatingen sowie dem Arenenberg oberhalb des Untersees.
Ab Mannenbach-Salenstein führt die Route schliesslich wieder näher am See entlang über Berlingen bis nach Steckborn.
Kurzinfos zur Wanderung
- Start: Bahnhof Kreuzlingen
- Ziel: Bahnhof Steckborn
- Distanz: ca. 19 km
- Dauer: ca. 4 h 45 min
- Aufstieg: ca. 330 Höhenmeter
- Abstieg: ca. 330 Höhenmeter
- Schwierigkeit: leicht
- Kondition: mittel
- Ausrüstung: bequeme Schuhe mit gutem Profil
- Anreise: direkt mit dem ÖV zum Bahnhof Kreuzlingen, Rückreise ab Bahnhof Steckborn

Anreise mit dem ÖV
Die Wanderung beginnt beim Bahnhof Kreuzlingen.
Damit lässt sich die Route sehr unkompliziert mit dem öffentlichen Verkehr erreichen. Auch am Ziel in Steckborn gibt es einen Bahnhof, sodass kein Rundweg und kein Auto notwendig sind.

Ein weiterer Vorteil dieser Tour ist die Bahnlinie entlang des Untersees. Auch unterwegs gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Wanderung bei Bedarf früher zu beenden.
Die Wanderung
Von Kreuzlingen durch das Tägermoos zum Seerhein
Vom Bahnhof Kreuzlingen führt die Route zunächst aus der Stadt hinaus ins Tägermoos.
Schon nach relativ kurzer Zeit verändert sich die Umgebung deutlich. Statt dichter Bebauung dominieren Felder, landwirtschaftlich genutzte Flächen und kleinere Wege.
Gerade je nach Jahreszeit kann dieser Abschnitt sehr unterschiedlich aussehen.
Nach dem Tägermoos erreicht die Route den Seerhein.
Dieser verbindet den Obersee des Bodensees mit dem Untersee. Ab hier rückt das Wasser erstmals stärker in den Mittelpunkt der Wanderung.


Am Seerhein weiter nach Gottlieben
Dem Wasser folgend geht es weiter Richtung Gottlieben.
Der Weg bleibt in diesem Abschnitt weitgehend flach und führt an kleineren Ufer- und Hafenbereichen vorbei.
Gottlieben selbst liegt direkt am Seerhein und fällt vor allem durch seine historischen Häuser und die kompakte Lage am Wasser auf.



Von Gottlieben nach Triboltingen
Nach Gottlieben folgt die Route weiter westwärts Richtung Triboltingen.
Der Charakter bleibt zunächst noch relativ entspannt und flach. Kurz nach beziehungsweise bei Triboltingen ändert sich das jedoch.
Hier verlässt die Route den unmittelbaren Uferbereich und beginnt anzusteigen.
Anstieg bei Triboltingen und weiter Richtung Ermatingen
Bei Triboltingen folgt einer der deutlicheren Anstiege der Wanderung.
Die Route führt auf eine kleinere Anhöhe oberhalb des Untersees. Technisch ist der Weg nicht schwierig, nach den zuvor sehr flachen Kilometern merkt man den Höhenunterschied aber deutlich stärker.


Oben angekommen geht es, nach etwas mehr als einem Kilometer, wieder hinunter Richtung Ermatingen.
Ermatingen und weiter zum Arenenberg
Die Route führt nicht mitten durch Ermatingen, sondern verläuft eher am Dorfrand.
Von dort geht es wieder leicht erhöht weiter Richtung Arenenberg.
Gerade dieser Teil gefällt mir an der Route, weil man nicht einfach konsequent der Uferlinie folgt. Die kurzen Anstiege sorgen immer wieder für neue Perspektiven auf den Untersee.

Arenenberg und Napoleonmuseum
Mit dem Arenenberg erreicht man einen der bekanntesten Orte entlang der ersten ViaRhenana-Etappe.
Das Schloss liegt erhöht über dem Untersee und ist eng mit der Familie Napoleons III. verbunden. Heute befindet sich hier das Napoleonmuseum Thurgau.

Auch wenn man das Museum nicht besuchen möchte, lohnt sich der Arenenberg meiner Meinung nach bereits wegen seiner Lage über dem See.

Vom Arenenberg entlang des Untersees nach Steckborn
Vom Arenenberg führt die Route hinunter Richtung Mannenbach-Salenstein.
Ab hier kommt man wieder deutlich näher an den Untersee und folgt ihm westwärts.
Über Mannenbach-Salenstein führt die Wanderung weiter nach Berlingen.
Nach dem etwas hügeligeren Mittelteil rund um Triboltingen, Ermatingen und Arenenberg empfand ich diesen Abschnitt wieder als gleichmässiger.
Unterwegs ergeben sich immer wieder freie Blicke auf den Untersee und die gegenüberliegende deutsche Seite. Gerade auf den letzten Kilometern gefiel mir, dass die Wanderung wieder näher ans Wasser zurückkehrt.

Von Berlingen führt die Route schliesslich weiter nach Steckborn. Nach 19 Kilometern machte sich die Länge der Wanderung bei mir durchaus bemerkbar, obwohl die Wege technisch bis zum Schluss einfach bleiben.
Am Ziel kann man direkt wieder mit dem Zug weiter- beziehungsweise zurückfahren.

Schwierigkeit und meine persönliche Einschätzung
Technisch ist die Wanderung von Kreuzlingen nach Steckborn leicht. Der entscheidendere Faktor ist für mich die Kondition.
19 Kilometer sind deutlich mehr, als man bei einer gemütlichen Wanderung am Bodensee vielleicht zunächst erwartet. Rund um Triboltingen, Ermatingen und Arenenberg kommen zudem einige Höhenmeter zusammen.
Bei trockenen Bedingungen reichen bequeme Schuhe mit gutem Profil. Richtige Wanderschuhe halte ich für diese Route nicht für notwendig.
Die Länge würde ich trotzdem nicht unterschätzen. Gerade die letzten Kilometer entlang des Untersees können sich nach einem bereits längeren Wandertag bemerkbar machen.
Die Wanderung unterwegs verkürzen
Einen grossen Vorteil sehe ich in der guten ÖV-Erschliessung entlang des Untersees.
Die Bahnlinie folgt der Region ebenfalls Richtung Steckborn. Dadurch gibt es unterwegs verschiedene Möglichkeiten, die Wanderung früher zu beenden.
Das macht die Route flexibel: Wenn das Wetter schlechter wird oder die 19 Kilometer doch zu lang werden, muss man nicht zwingend bis Steckborn weiterlaufen.
Die S1 der Thurbo verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt.
Mein Fazit
Die Wanderung von Kreuzlingen nach Steckborn ist keine spektakuläre Bergtour – und genau darin liegt für mich ihr Reiz.
Die 19 Kilometer bieten überraschend viel Abwechslung: das landwirtschaftlich geprägte Tägermoos, der Seerhein, Gottlieben, der Anstieg bei Triboltingen, die erhöhte Lage rund um Ermatingen und Arenenberg und schliesslich der lange Abschnitt entlang des Untersees über Mannenbach-Salenstein und Berlingen nach Steckborn.
Besonders gut gefallen hat mir die Kombination aus Wasser, Landschaft und etwas Geschichte.
Der Arenenberg bildet dabei für mich den interessantesten Zwischenstopp.
Die Wanderung ist technisch einfach, durch die Distanz aber trotzdem nicht nur ein längerer Spaziergang. Für einen ganzen Wandertag mit guter ÖV-Anbindung finde ich sie sehr passend.
Meine Tipps
- Mit rund 19 Kilometern rechnen. Die offizielle Route ist länger als eine kurze Seeuferwanderung.
- Genug Zeit einplanen. Für die 19 Kilometer solltest du ungefähr 4 Stunden 45 Minuten reine Wanderzeit einrechnen.
- Bequeme Schuhe tragen. Bei trockenen Bedingungen sind keine Wanderschuhe nötig.
- Arenenberg einplanen. Für mich ist er der interessanteste Zwischenstopp der Route.
- ÖV als Backup nutzen. Dank der Bahnlinie lässt sich die Wanderung bei Bedarf verkürzen.
- Sonnenschutz mitnehmen. Teile der Route führen offen durch Felder und entlang des Untersees.
- Aktuelle Öffnungszeiten prüfen, wenn du das Napoleonmuseum besuchen möchtest.
