Vom 20. bis 22. Juni 2025 war ich für ein Wochenende in Danzig. Die Stadt hat mich vor allem durch die Mischung aus historischem Zentrum, Ostsee und Zeitgeschichte überrascht.
Drei Tage waren für einen ersten Besuch erstaunlich passend: Die Innenstadt ist kompakt, Sopot liegt praktisch vor der Haustür und mit Westerplatte und dem Europäischen Zentrum der Solidarität gibt es auch abseits der klassischen Altstadt einiges zu sehen.
Reise auf einen Blick
Reisezeit: 20.–22. Juni 2025
Dauer: 3 Tage
Reiseziel: Danzig / Gdańsk
Anreise: Direktflug ab Zürich
Unterkunft: Radisson Blu Gdansk
Fortbewegung: zu Fuss, Uber/Taxi und Zug
Ausflüge: Sopot und Westerplatte
Anreise und Unterkunft
Wir landeten am Morgen gegen 9 Uhr in Danzig.
Vom Flughafen nahmen wir ein Uber in die Innenstadt. Die Fahrt dauerte ungefähr 25 Minuten und war für uns die unkomplizierteste Möglichkeit, direkt mit dem Wochenende zu starten.
Unser Hotel, das Radisson Blu Gdansk, lag mitten im historischen Zentrum. Für einen kurzen Städtetrip fand ich diese Lage sehr praktisch, weil viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Cafés zu Fuss erreichbar waren.
Gerade bei nur drei Tagen wollte ich möglichst wenig Zeit mit langen Transfers innerhalb der Stadt verlieren.
Meine 3 Tage in Danzig
Tag 1: Historisches Zentrum und Mottlau
Nach dem Deponieren des Gepäcks ging es direkt in die Altstadt.
Die historische Innenstadt ist kompakt und lässt sich gut zu Fuss erkunden. Besonders auffällig sind die farbigen Giebelhäuser, die langen Strassenzüge und die Wege entlang der Mottlau.
Zu den bekanntesten Orten gehört das Krantor. Für mich war aber weniger ein einzelnes Gebäude entscheidend als die Atmosphäre entlang des Wassers.
Gerade am Abend fand ich die Gegend besonders schön, wenn sich die Fassaden und Lichter im Wasser spiegeln.
Für den ersten Tag brauchten wir deshalb gar kein grosses Programm. Einfach durch das Zentrum zu laufen, funktionierte erstaunlich gut.
Tag 2: Sopot und Europäisches Zentrum der Solidarität
Am zweiten Morgen ging es nach Sopot.
Sopot bildet einen deutlichen Kontrast zur historischen Altstadt von Danzig: Strand, Ostsee und typische Kurort-Atmosphäre statt Giebelhäuser und Backstein.
Wir nutzten den Vormittag für einen längeren Spaziergang am Strand und entlang der Promenade.
Nach dem Ausflug ging es zurück nach Danzig.
Europäisches Zentrum der Solidarität
Am Nachmittag besuchten wir das Europäische Zentrum der Solidarität auf dem Gelände der ehemaligen Danziger Werft.
Dieser Besuch war für mich einer der inhaltlich interessantesten Programmpunkte des Wochenendes. Die Ausstellung erklärt die Geschichte der Solidarność-Bewegung und ihre Bedeutung für den politischen Wandel in Polen.
Gerade weil sich das Museum direkt auf dem ehemaligen Werftgelände befindet, wirkt die Geschichte dort weniger abstrakt als in einem klassischen Geschichtsmuseum.
Tag 3: Westerplatte
Am letzten Tag fuhren wir mit Uber zur Westerplatte.
Die Halbinsel ist eng mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs verbunden. Am 1. September 1939 eröffnete das deutsche Kriegsschiff Schleswig-Holstein das Feuer auf das polnische Militärdepot.
Heute erinnert das grosse Westerplatte-Denkmal an die Ereignisse.
Die Atmosphäre dort empfand ich als eindrücklich – gerade weil der Ort selbst relativ ruhig wirkt und gleichzeitig eine so grosse historische Bedeutung hat.
Eigentlich wollten wir danach noch das Museum des Zweiten Weltkriegs besuchen. Wegen eines grossen Events und der entsprechend langen Warteschlange verzichteten wir darauf.
Das Museum blieb damit der einzige Programmpunkt, den wir am Ende auslassen mussten.
Fortbewegung und Kosten
Danzig empfand ich im Vergleich zur Schweiz als relativ preiswert.
Uber und Taxis waren während unserer Reise deutlich günstiger als zuhause. Auch bei Restaurants und Unterkunft hatte ich den Eindruck, für das Geld vergleichsweise viel zu bekommen.
Die Preise können sich schnell ändern, deshalb lohnt sich vor der Reise ein kurzer aktueller Vergleich.
Für die Verbindung nach Sopot ist der Zug praktisch. Innerhalb des Zentrums konnten wir dagegen vieles zu Fuss erledigen.
Für einen kurzen Wochenendtrip fand ich diese Kombination sehr angenehm:
Altstadt zu Fuss
Sopot mit dem Zug
Westerplatte mit Uber/Taxi
Was mir besonders gefallen hat
Besonders gefallen hat mir die Mischung aus sehr unterschiedlichen Eindrücken.
Die Altstadt ist kompakt und fotogen, gleichzeitig liegen mit Sopot und Westerplatte zwei völlig andere Ausflugsziele in unmittelbarer Nähe.
Besonders spannend fand ich ausserdem den historischen Kontext der Stadt. Danzig wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches Städtereiseziel, hat gleichzeitig aber eine grosse politische und historische Bedeutung.
Was ich anders machen würde
Beim nächsten Besuch würde ich den Eintritt ins Museum des Zweiten Weltkriegs besser planen und frühzeitig reservieren beziehungsweise mehr Zeit dafür einrechnen.
Genau dieser Programmpunkt ist uns am Ende entgangen.
Ansonsten würde ich die drei Tage ziemlich ähnlich aufbauen: Altstadt, Sopot und ein historischer Schwerpunkt haben für uns als Kombination sehr gut funktioniert.
Mein Fazit zu Danzig
Danzig hat mich vor allem durch die Mischung überzeugt.
Die historische Innenstadt ist kompakt und angenehm zu Fuss erkundbar. Gleichzeitig sorgen Sopot, die Werft und Westerplatte dafür, dass sich ein Wochenende nicht nur wie ein klassischer Altstadt-Trip anfühlt.
Würde ich wieder nach Danzig reisen? Ja.
Für ein unkompliziertes verlängertes Wochenende ab der Schweiz fand ich die Stadt sehr passend. Besonders gut funktioniert hat für mich, dass sich Stadt, Ostsee und Geschichte ohne komplizierte Planung miteinander verbinden lassen.
Meine Tipps für Danzig
Hotel zentral wählen. Für einen kurzen Aufenthalt spart das viel Zeit.
Sopot als Halbtag einplanen. Der Ausflug lässt sich gut mit einem Nachmittag in Danzig kombinieren.
Museum des Zweiten Weltkriegs früh planen. Spontan kann es zu langen Wartezeiten kommen.
Westerplatte mit einbauen, wenn dich Geschichte interessiert.
Nicht alles durchplanen. Die Altstadt funktioniert auch sehr gut ohne festen Ablauf.
Uber oder Taxi kann praktisch sein. Vor allem für Ziele ausserhalb des Zentrums war das für uns unkompliziert.
Vom 22. bis 28. März 2026 habe ich Florenz und Rom in einer einwöchigen Reise kombiniert. Zwischen den beiden Städten ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug – für mich eine der angenehmsten Möglichkeiten, zwei italienische Städte in relativ kurzer Zeit miteinander zu verbinden.
Florenz empfand ich als kompakt und schnell zugänglich, Rom dagegen als deutlich grösser, voller und chaotischer. Genau dieser Unterschied machte die Kombination für mich interessant.
Reise auf einen Blick
Reisezeit: 22.–28. März 2026
Dauer: 7 Tage
Route: Florenz – Rom
Anreise: Flug Zürich – Florenz
Unterkünfte: The Social Hub in Florenz und Rom
Fortbewegung: zu Fuss, Tram, Metro und Zug
Weiterreise zwischen den Städten: Hochgeschwindigkeitszug mit Italo
Rückreise: Flug Rom – Zürich
Anreise nach Florenz
Unsere Reise begann mit dem Flug von Zürich nach Florenz.
In Florenz übernachteten wir im The Social Hub Florence Belfiore. Dank der Tramanbindung kamen wir unkompliziert Richtung Innenstadt.
Für einen Städtetrip fand ich die Lage praktisch: Wir mussten nicht mitten im historischen Zentrum übernachten und erreichten die wichtigsten Bereiche trotzdem ohne grossen Aufwand.
Florenz selbst ist vergleichsweise kompakt. Viele Sehenswürdigkeiten lassen sich gut zu Fuss miteinander verbinden, was für die ersten Tage sehr angenehm war.
Florenz: kompakt, kulinarisch und gut zu Fuss
Santo Spirito und Mercato Centrale
Einen unserer ersten Abende verbrachten wir rund um Santo Spirito.
Dort assen wir bei Gustapanino. Die Gegend wirkte auf mich etwas entspannter als die unmittelbar touristischsten Bereiche rund um Dom und Ponte Vecchio.
Später gehörte auch der Mercato Centrale zu den Orten, die mir kulinarisch besonders gut gefallen haben. Im Erdgeschoss befindet sich der klassische Markt, darüber ein grosser Foodcourt mit verschiedenen Angeboten.
Gerade wenn man sich nicht auf ein einzelnes Restaurant festlegen möchte, fand ich dieses Konzept angenehm.
Die klassischen Sehenswürdigkeiten
Natürlich gehörten auch die bekanntesten Orte von Florenz zu unserer Reise.
Der Dom prägt das Stadtbild praktisch überall im Zentrum, und auch die Ponte Vecchio gehört zu den Orten, an denen man bei einem ersten Besuch kaum vorbeikommt.
Florenz empfand ich generell als Stadt, in der man nicht ständig einen genauen Plan braucht. Viele bekannte Orte liegen relativ nahe beieinander und ergeben sich beim Spazieren fast automatisch.
Pasta-Kurs
Eine Aktivität, die etwas aus dem klassischen Sightseeing herausfiel, war unser Pasta-Kurs.
Der Kurs war eindeutig touristisch und auch der Wein hat mich nicht besonders überzeugt. Trotzdem hatten wir viel Spass dabei, selbst Pasta und Tiramisu zuzubereiten.
Genau deshalb würde ich ihn rückblickend wieder einplanen. Nicht jede touristische Aktivität muss möglichst authentisch oder unbekannt sein, um Spass zu machen.
Giardino delle Rose und Piazzale Michelangelo
Für die Aussicht über Florenz gingen wir Richtung Piazzale Michelangelo.
Direkt darunter liegt der Giardino delle Rose. Mir hat es dort besonders gut gefallen, weil es deutlich ruhiger war als auf dem bekannten Aussichtspunkt oberhalb.
Wer anschliessend weiter zur Piazzale Michelangelo geht, bekommt zum Sonnenuntergang einen weiten Blick über Florenz.
Der Platz selbst war entsprechend gut besucht. Ein paar Meter Abstand zu den grössten Menschenansammlungen reichten aber bereits, um die Aussicht etwas entspannter zu geniessen.
Von Florenz nach Rom mit dem Zug
Für die Weiterreise nach Rom nutzten wir Italo.
Die Fahrt dauerte ungefähr eineinhalb Stunden. Für mich war das deutlich angenehmer, als zwischen den beiden Städten nochmals zu fliegen.
Gerade bei einer solchen Städtekombination zeigt sich der grosse Vorteil des Hochgeschwindigkeitszugs: Man fährt von Stadtzentrum zu Stadtzentrum und verliert vergleichsweise wenig Zeit mit dem eigentlichen Ortswechsel.
Die aktuellen Fahrzeiten und Preise würde ich direkt beim jeweiligen Anbieter prüfen, da sie sich ändern können. Webseite Italo
Rom: grösser, voller und beeindruckend
In Rom übernachteten wir erneut in einem The Social Hub, ungefähr 20 Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Schon beim ersten Spaziergang wurde deutlich, wie anders sich Rom im Vergleich zu Florenz anfühlt. Die Stadt ist weitläufiger, dichter und teilweise deutlich chaotischer.
Gleichzeitig läuft man ständig an historischen Gebäuden und bekannten Sehenswürdigkeiten vorbei.
Kolosseum, Trevi-Brunnen und Spanische Treppe
Zu den ersten bekannten Orten unserer Zeit in Rom gehörten das Kolosseum, der Trevi-Brunnen und die Spanische Treppe.
Gerade an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten waren die Menschenmengen deutlich spürbarer als in Florenz.
Rom ist für mich eine Stadt, bei der sich bekannte Orte und normaler Stadtalltag ständig vermischen. Man läuft durch eine Seitenstrasse und steht plötzlich vor einem Bauwerk, das man vorher nur von Bildern kannte.
San Lorenzo
Abseits der bekanntesten Sehenswürdigkeiten gefiel uns besonders San Lorenzo.
Das Viertel ist studentischer geprägt und fühlte sich deutlich weniger wie ein klassischer Touristen-Hotspot an.
Wir assen dort im Saltimbocca San Lorenzo. Auch die Preise für Drinks empfand ich hier angenehmer als in den stark touristischen Bereichen der Stadt.
Gerade dieser Kontrast zu den grossen Sehenswürdigkeiten hat mir gefallen.
Trastevere
Auch Trastevere gehörte zu den Vierteln, die mir gefallen haben.
Trotz Regen war es angenehm, einfach durch die engen Gassen zu laufen. Unser Weg führte dabei auch über die Tiberinsel.
Trastevere ist zwar ebenfalls längst kein Geheimtipp mehr, fühlte sich für mich aber nochmals anders an als die grossen Plätze und Sehenswürdigkeiten im Zentrum.
Villa Borghese und ein ruhiger letzter Tag
Den letzten Tag hielten wir bewusst etwas ruhiger.
Nach einem Brunch in der Nähe der Piazza del Popolo spazierten wir länger durch den Park der Villa Borghese, bevor es anschliessend Richtung Flughafen ging.
Nach mehreren Tagen mit vielen Kilometern zu Fuss und zahlreichen Sehenswürdigkeiten war dieser Abschluss genau richtig.
Gerade bei Städtereisen merke ich immer wieder, dass nicht auch der letzte verfügbare Nachmittag noch komplett mit Programm gefüllt sein muss.
Was mir besonders gefallen hat
Die Kombination aus Florenz und Rom hat für mich vor allem wegen der Unterschiede zwischen den beiden Städten funktioniert.
Florenz ist kompakter und fühlt sich schneller überschaubar an. Viele Orte lassen sich bequem zu Fuss erreichen, und gerade die Aussicht über die Stadt ist mir positiv in Erinnerung geblieben.
Rom dagegen bietet deutlich mehr Fläche, mehr Menschen und eine enorme Dichte an historischen Orten.
Besonders gefallen haben mir:
die einfache Zugverbindung zwischen Florenz und Rom
der Mercato Centrale
der Pasta-Kurs trotz seines touristischen Charakters
der Giardino delle Rose und die Aussicht über Florenz
San Lorenzo als Abwechslung zu den bekannten Sehenswürdigkeiten
Trastevere
der ruhige Abschluss in der Villa Borghese
Was ich anders machen würde
Grundsätzlich würde ich Florenz und Rom wieder miteinander kombinieren.
Bei einem zweiten Besuch würde ich aber noch bewusster darauf achten, stark frequentierte Sehenswürdigkeiten möglichst früh am Morgen oder ausserhalb der klassischen Spitzenzeiten zu besuchen.
Vor allem in Rom können sich grosse Menschenmengen schnell auf das Erlebnis auswirken.
Ausserdem würde ich weiterhin bewusst freie Zeit einplanen. Gerade der ruhigere letzte Tag hat mir gezeigt, dass ein Städtetrip für mich angenehmer ist, wenn nicht jede Stunde fest verplant ist.
Mein Fazit zu Florenz und Rom
Florenz und Rom funktionieren für eine einwöchige Reise sehr gut zusammen.
Florenz empfand ich als kompakter und entspannter. Rom ist dagegen grösser, chaotischer und teilweise überwältigender – bietet dafür aber eine enorme Vielfalt an historischen Orten und unterschiedlichen Vierteln.
Besonders praktisch fand ich die kurze Zugverbindung zwischen beiden Städten. Dadurch verliert man beim Wechsel kaum einen ganzen Reisetag.
Würde ich die Kombination wieder machen? Ja.
Ich würde allerdings weiterhin bewusst Pausen einplanen und bei den bekanntesten Orten möglichst Randzeiten nutzen.
Meine Tipps für Florenz und Rom
Zwischen Florenz und Rom den Zug nutzen. Für uns war das unkompliziert und schnell.
Florenz möglichst viel zu Fuss erkunden. Die kompakte Innenstadt eignet sich sehr gut dafür.
Den Giardino delle Rose nicht auslassen. Mir gefiel die ruhigere Atmosphäre unterhalb der Piazzale Michelangelo besonders gut.
Auch touristische Aktivitäten dürfen Spass machen. Unser Pasta-Kurs war kein Geheimtipp, aber trotzdem ein Highlight.
In Rom nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten besuchen. Viertel wie San Lorenzo und Trastevere haben für mich für Abwechslung gesorgt.
Nicht jeden Tag vollständig verplanen. Gerade bei mehreren intensiven Stadttagen waren ruhigere Abschnitte angenehm.
Nach meiner Japanreise verbrachte ich vier Tage in Seoul. Die Stadt wirkte auf mich am Anfang riesig und etwas unübersichtlich, gleichzeitig funktionierte der öffentliche Verkehr sehr gut.
Vier Tage reichen natürlich nicht, um Seoul wirklich vollständig kennenzulernen. Für einen ersten Eindruck konnte ich aber historische Viertel, moderne Stadtteile, den Han-Fluss und einen Tagesausflug zur DMZ miteinander verbinden.
Reise auf einen Blick
Reisezeit: November 2025
Dauer: 4 Tage
Reiseziel: Seoul, Südkorea
Anreise: Flug von Fukuoka nach Seoul
Unterkunft: ibis Styles Ambassador Seoul Myeong-dong
Fortbewegung: U-Bahn und Bus mit T-Money
Navigation: vor allem Naver Maps
Ausflug: organisierte DMZ-Tour
Fortbewegung in Seoul
Vom Flughafen Incheon nach Seoul mit dem AREX
Nach meiner Ankunft am Incheon International Airport bin ich mit dem AREX Airport Express nach Seoul gefahren.
Der Expresszug fährt ohne Zwischenhalt bis Seoul Station. Die Fahrt dauert ab Terminal 1 rund 43 Minuten, ab Terminal 2 etwa 51 Minuten. Daneben gibt es auch den günstigeren All-Stop Train, der unterwegs an mehreren Stationen hält und entsprechend länger braucht.
Für mich war der AREX eine sehr unkomplizierte Möglichkeit, nach dem Flug direkt ins Zentrum zu kommen.
Wer nicht in der Nähe der Seoul Station übernachtet, kann dort einfach auf Metro oder Bus umsteigen und die restliche Strecke mit dem normalen ÖV zurücklegen.
T-Money für Bus und U-Bahn
Für meine Fahrten in Seoul nutzte ich eine T-Money-Karte.
Sie funktioniert ähnlich wie die Suica in Japan: Guthaben aufladen und beim Ein- beziehungsweise Aussteigen an das Lesegerät halten. Die Karte kann für U-Bahn, Busse und weitere Verkehrsmittel verwendet werden.
Eine T-Money-Karte bekommst du unter anderem in Convenience Stores wie CU, GS25, 7-Eleven oder emart24. Solche Läden findest du auch direkt am Incheon Airport beziehungsweise in den Terminals. Auch später in Seoul ist es problemlos möglich, eine Karte zu kaufen und Guthaben aufzuladen.
Praktisch zu wissen: Für den normalen AREX All-Stop Train kann T-Money verwendet werden. Für den AREX Express Train, den ich genutzt habe, benötigst du dagegen ein separates Ticket.
Gerade bei mehreren Fahrten pro Tag fand ich T-Money deutlich angenehmer, als jedes Mal ein separates Ticket zu kaufen.
Navigation mit Naver Maps
Für die Navigation habe ich in Seoul vor allem Naver Maps genutzt.
Der Grund dafür ist, dass Google Maps in Südkorea weiterhin nur eingeschränkt funktioniert. Hintergrund sind koreanische Sicherheits- und Kartendatenregeln. Google wurde zwar 2026 unter Auflagen erlaubt, detailliertere Kartendaten für seinen Dienst zu nutzen, die volle Navigation ist aber weiterhin nicht überall so zuverlässig wie in anderen Ländern.
Für meinen Aufenthalt war Naver Maps deshalb die praktischste Lösung. Bus- und U-Bahn-Verbindungen liessen sich damit zuverlässig planen, und die App zeigte mir klar, welche Linie ich nehmen musste und wo ich umsteigen sollte.
Eine gute Alternative ist KakaoMap. Auch diese App ist in Südkorea weit verbreitet und eignet sich für ÖV, Fusswege und allgemeine Navigation.
Mein Tipp wäre deshalb: Naver Maps als Haupt-App installieren und KakaoMap als Alternative bereithalten. Google Maps kann weiterhin für grobe Orientierung, Bewertungen und einzelne Orte nützlich sein, ich würde mich für die eigentliche Navigation in Seoul aber nicht allein darauf verlassen.
Meine 4 Tage in Seoul
Tag 1: Historisches Seoul
Am ersten Tag startete ich im historischen Zentrum.
Zu den ersten Stationen gehörten der Gyeongbokgung-Palast, das Bukchon Hanok Village und weitere historische Orte rund um das Zentrum.
Gyeongbokgung-Palast
Mein erster grösserer Stopp war der Gyeongbokgung-Palast.
Die weitläufige Anlage bildet einen deutlichen Kontrast zu den modernen Gebäuden rundherum.
Auffällig waren die vielen Besucher in traditioneller koreanischer Kleidung. Rund um den Palast gibt es zahlreiche Geschäfte, in denen man einen Hanbok für einige Stunden mieten kann. Viele nutzten die Gelegenheit für Fotoshootings in der Palastanlage. Das ist dort tatsächlich sehr verbreitet – wer einen Hanbok trägt, erhält bei den fünf grossen Palästen Seouls zudem kostenlosen Eintritt.
Während meines Besuchs konnte ich ausserdem einen Wachwechsel beobachten.
Bukchon Hanok Village
Danach ging es weiter ins Bukchon Hanok Village.
Die traditionellen Häuser und engen Gassen wirken völlig anders als die modernen Hochhäuser, die Seoul an vielen anderen Orten prägen.
Wichtig ist dabei, dass Bukchon teilweise ein bewohntes Quartier ist und nicht nur eine touristische Sehenswürdigkeit. Entsprechend sollte man sich dort ruhig und respektvoll verhalten.
Cheonggyecheon
Später lief ich entlang des Cheonggyecheon.
Heute ist der Bach von einer langgezogenen Park- und Erholungsanlage mit Spazierwegen und Grünflächen umgeben. Das Spannende daran ist seine Entstehung: Der Cheonggyecheon war über Jahrzehnte teilweise überdeckt und von Strassen beziehungsweise einer Hochstrasse überbaut. Zwischen 2003 und 2005 wurde dieser Abschnitt zurückgebaut und der Bach als öffentlicher Stadtraum wiederhergestellt.
Mitten zwischen Bürogebäuden und dichtem Verkehr entsteht dadurch ein überraschend ruhiger Bereich.
Nach mehreren Stunden Sightseeing fand ich den Spaziergang dort sehr angenehm.
Weitere Eindrücke aus dem historischen Zentrum
Rund um den Palast liegen weitere bekannte Orte relativ nahe beieinander.
Dazu gehört unter anderem der Gwanghwamun-Platz, sodass sich dieser Bereich gut zu Fuss mit dem Gyeongbokgung-Palast und den umliegenden Vierteln verbinden lässt.
Tag 2: DMZ
Den zweiten Tag verbrachte ich praktisch vollständig ausserhalb Seouls.
Ich nahm an einer organisierten Tour zur demilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea teil.
Der Ausflug beanspruchte einen ganzen Tag und war inhaltlich völlig anders als die restlichen Tage in Seoul.
Dazu habe ich einen eigenen ausführlichen Beitrag geschrieben:
Am dritten Tag besuchte ich das War Memorial of Korea.
Die Ausstellung beschäftigt sich ausführlich mit der koreanischen Militärgeschichte und insbesondere mit dem Koreakrieg.
Ich fand das Museum sehr eindrücklich und inhaltlich interessant. Gleichzeitig war mir die Darstellung stellenweise für meinen persönlichen Geschmack etwas zu patriotisch. Das gehört für mich aber ebenfalls zum Besuch dazu: Man bekommt nicht nur historische Informationen, sondern auch einen Eindruck davon, wie Militärgeschichte in Südkorea präsentiert und erinnert wird.
Trotzdem würde ich den Besuch nicht missen wollen – gerade in Kombination mit der DMZ-Tour vom Vortag fand ich ihn interessant.
Itaewon
Danach ging es weiter nach Itaewon.
Das Viertel unterscheidet sich deutlich von den historischen Bereichen rund um die Paläste und ist unter anderem für Restaurants, Bars und sein internationales Umfeld bekannt.
Itaewon ist allerdings auch mit einer der schwersten jüngeren Tragödien Seouls verbunden. Am 29. Oktober 2022 kam es während der Halloween-Feierlichkeiten in einer engen Gasse zu einer schweren Massenpanik, bei der 159 Menschen ums Leben kamen.
Bei meinem Besuch sah ich dort auch Gedenkorte für die Opfer.
Dadurch bekam der Besuch für mich eine deutlich nachdenklichere Seite, als ich ursprünglich erwartet hatte.
Am Han-Fluss
Später verbrachte ich Zeit am Han-Fluss.
Nach mehreren Tagen zwischen U-Bahn, Hochhäusern und dichtem Stadtverkehr empfand ich die Umgebung am Wasser als angenehme Abwechslung.
Die breiten Bereiche entlang des Flusses geben der Stadt plötzlich viel mehr Raum. Gleichzeitig bekommt man von dort nochmals einen ganz anderen Blick auf die Skyline.
Lotte World Tower
Später ging es noch Richtung Lotte World Tower.
Mit rund 555 Metern Höhe ist er das höchste Gebäude Südkoreas und gehört zu den höchsten Wolkenkratzern der Welt. Zum Vergleich: Selbst der One World Trade Center in New York ist etwas niedriger. In Seoul selbst überragt der Lotte World Tower die übrigen Hochhäuser sehr deutlich – das zweithöchste Gebäude der Stadt, Parc1 Tower I, erreicht rund 322 Meter.
Von oben bekommt man entsprechend einen eindrücklichen Eindruck davon, wie weitläufig Seoul tatsächlich ist.
Bei einer Aussichtsplattform dieser Höhe würde ich vorher aber unbedingt das Wetter prüfen. Bei schlechter Sicht lohnt sich der Eintritt meiner Meinung nach deutlich weniger.
Tag 4: N Seoul Tower, Gangnam und Myeongdong
Am letzten Tag ging es zuerst zum N Seoul Tower.
Der Turm selbst ist rund 237 Meter hoch, steht aber zusätzlich auf dem Namsan, einem etwa 262 Meter hohen Berg mitten in Seoul. Dadurch liegt die Aussichtsplattform auf rund 480 Metern über Meer und bietet einen sehr weiten Blick über die Stadt.
Nach oben kommst du entweder bequem mit der Namsan Cable Car oder zu Fuss. Die Seilbahnfahrt dauert nur wenige Minuten. Alternativ kannst du den Namsan über verschiedene Wege hochlaufen – eher eine leichte Stadtwanderung als eine anspruchsvolle Bergtour.
Ich fand gerade den Standort auf dem bewaldeten Hügel interessant, weil sich der N Seoul Tower dadurch deutlich anders anfühlt als eine klassische Aussichtsplattform in einem Hochhaus.
Von oben wurde mir nochmals bewusst, wie gross Seoul eigentlich ist.
Gangnam und Starfield Library
Danach fuhr ich nach Gangnam.
Der Name dürfte auch vielen bekannt vorkommen, die sich sonst kaum mit Seoul beschäftigt haben: PSYs „Gangnam Style“ machte den Stadtteil 2012 weltweit bekannt.
Vor Ort erinnert unter anderem die bekannte Hand-Skulptur an den Song.
Davon abgesehen ist Gangnam vor allem ein modernes Geschäfts- und Einkaufsviertel mit Hochhäusern, grossen Einkaufszentren und breiten Strassen.
Im COEX-Komplex besuchte ich anschliessend die Starfield Library.
Die hohen Bücherregale sehen beeindruckend aus und dürften inzwischen zu den bekanntesten Fotomotiven in Gangnam gehören.
Wer allerdings eine klassische, ruhige Bibliothek erwartet, könnte überrascht sein. Für mich wirkte die Starfield Library eher wie ein Instagram-Hotspot mit Büchern als wie eine normale Bibliothek. Entsprechend voll war es, und viele Besucher waren hauptsächlich damit beschäftigt, Fotos zu machen.
Ganz Show ist sie allerdings nicht: Die Bibliothek verfügt tatsächlich über zehntausende Bücher und Magazine. Der touristische Charakter ist vor Ort trotzdem kaum zu übersehen.
Ich fand es interessant, einmal vorbeizuschauen – länger hätte ich dort aber nicht bleiben müssen.
Myeongdong am Abend
Den Abschluss meines Aufenthalts bildete Myeongdong.
Am Abend verändert sich die Gegend deutlich: Leuchtreklamen, Geschäfte und Streetfood-Stände sorgen für eine sehr lebhafte Atmosphäre.
Gerade als Abschluss meiner vier Tage in Seoul fand ich Myeongdong passend.
Was mir besonders gefallen hat
Seoul hat mir vor allem durch die Mischung gefallen.
Historische Paläste, traditionelle Häuser, moderne Hochhäuser, grosse Einkaufsviertel und ruhigere Bereiche am Han-Fluss liegen teilweise nur wenige U-Bahn-Stationen voneinander entfernt.
Besonders positiv in Erinnerung geblieben sind mir:
die Mischung aus historischen und modernen Stadtteilen
das gut funktionierende öffentliche Verkehrsnetz
das Bukchon Hanok Village
die Zeit am Han-Fluss
der Blick über die Stadt vom N Seoul Tower
die unterschiedlichen Viertel
die starke Abwechslung innerhalb weniger Tage
Was ich anders machen würde
Vier Tage waren für einen ersten Eindruck ausreichend, aber nicht genug, um Seoul wirklich ausführlich kennenzulernen.
Bei einem zweiten Besuch würde ich weniger einzelne Sehenswürdigkeiten abhaken und stattdessen mehr Zeit in bestimmten Vierteln verbringen.
Gerade weil Seoul so gross ist, können längere Wege zwischen verschiedenen Programmpunkten viel Zeit beanspruchen.
Ich würde deshalb künftig noch stärker darauf achten, Orte geografisch sinnvoll miteinander zu kombinieren.
Auch die DMZ nimmt praktisch einen vollständigen Tag ein. Wer nur drei oder vier Tage in Seoul hat und sich weniger für die koreanische Teilung interessiert, könnte diesen Tag problemlos für weitere Stadtviertel verwenden.
Mein Fazit zu Seoul
Seoul hat mich vor allem durch seine Gegensätze überzeugt.
Historische Paläste und traditionelle Wohnviertel stehen modernen Hochhäusern, riesigen Einkaufszentren und lebhaften Ausgehvierteln gegenüber. Gleichzeitig gibt es mit dem Namsan, dem Han-Fluss oder dem Cheonggyecheon immer wieder Orte, an denen die Stadt plötzlich deutlich ruhiger wirkt.
Vier Tage waren für meinen ersten Besuch gut geeignet. Trotzdem hatte ich am Ende das Gefühl, nur einen kleinen Teil der Stadt gesehen zu haben.
Würde ich wieder nach Seoul reisen? Ja.
Bei einem zweiten Besuch würde ich weniger klassisches Sightseeing einplanen und mehr Zeit für einzelne Viertel, Essen und spontane Entdeckungen reservieren.
Meine Tipps für Seoul
Naver Maps nutzen. Damit kam ich bei Bus und U-Bahn gut zurecht.
T-Money verwenden. Für den öffentlichen Verkehr war die Karte unkompliziert.
Programmpunkte geografisch bündeln. Seoul ist gross und unnötige Transfers kosten Zeit.
Für die DMZ einen ganzen Tag reservieren.
Nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten besuchen. Auch die einzelnen Viertel und der Han-Fluss gehören für mich zu einem Seoul-Besuch.
Bei Aussichtspunkten vorher das Wetter prüfen.
Abends nach Myeongdong gehen, wenn du Streetfood und eine lebhafte Atmosphäre erleben möchtest.
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