Vom 20. bis 22. Juni 2025 war ich für ein Wochenende in Danzig. Die Stadt hat mich vor allem durch die Mischung aus historischem Zentrum, Ostsee und Zeitgeschichte überrascht.
Drei Tage waren für einen ersten Besuch erstaunlich passend: Die Innenstadt ist kompakt, Sopot liegt praktisch vor der Haustür und mit Westerplatte und dem Europäischen Zentrum der Solidarität gibt es auch abseits der klassischen Altstadt einiges zu sehen.
Reise auf einen Blick
- Reisezeit: 20.–22. Juni 2025
- Dauer: 3 Tage
- Reiseziel: Danzig / Gdańsk
- Anreise: Direktflug ab Zürich
- Unterkunft: Radisson Blu Gdansk
- Fortbewegung: zu Fuss, Uber/Taxi und Zug
- Ausflüge: Sopot und Westerplatte
Anreise und Unterkunft
Wir landeten am Morgen gegen 9 Uhr in Danzig.
Vom Flughafen nahmen wir ein Uber in die Innenstadt. Die Fahrt dauerte ungefähr 25 Minuten und war für uns die unkomplizierteste Möglichkeit, direkt mit dem Wochenende zu starten.
Unser Hotel, das Radisson Blu Gdansk, lag mitten im historischen Zentrum. Für einen kurzen Städtetrip fand ich diese Lage sehr praktisch, weil viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Cafés zu Fuss erreichbar waren.
Gerade bei nur drei Tagen wollte ich möglichst wenig Zeit mit langen Transfers innerhalb der Stadt verlieren.

Meine 3 Tage in Danzig
Tag 1: Historisches Zentrum und Mottlau
Nach dem Deponieren des Gepäcks ging es direkt in die Altstadt.
Die historische Innenstadt ist kompakt und lässt sich gut zu Fuss erkunden. Besonders auffällig sind die farbigen Giebelhäuser, die langen Strassenzüge und die Wege entlang der Mottlau.
Zu den bekanntesten Orten gehört das Krantor. Für mich war aber weniger ein einzelnes Gebäude entscheidend als die Atmosphäre entlang des Wassers.
Gerade am Abend fand ich die Gegend besonders schön, wenn sich die Fassaden und Lichter im Wasser spiegeln.


Für den ersten Tag brauchten wir deshalb gar kein grosses Programm. Einfach durch das Zentrum zu laufen, funktionierte erstaunlich gut.
Tag 2: Sopot und Europäisches Zentrum der Solidarität
Am zweiten Morgen ging es nach Sopot.
Sopot bildet einen deutlichen Kontrast zur historischen Altstadt von Danzig: Strand, Ostsee und typische Kurort-Atmosphäre statt Giebelhäuser und Backstein.
Wir nutzten den Vormittag für einen längeren Spaziergang am Strand und entlang der Promenade.

Nach dem Ausflug ging es zurück nach Danzig.
Europäisches Zentrum der Solidarität
Am Nachmittag besuchten wir das Europäische Zentrum der Solidarität auf dem Gelände der ehemaligen Danziger Werft.
Dieser Besuch war für mich einer der inhaltlich interessantesten Programmpunkte des Wochenendes. Die Ausstellung erklärt die Geschichte der Solidarność-Bewegung und ihre Bedeutung für den politischen Wandel in Polen.
Gerade weil sich das Museum direkt auf dem ehemaligen Werftgelände befindet, wirkt die Geschichte dort weniger abstrakt als in einem klassischen Geschichtsmuseum.


Tag 3: Westerplatte
Am letzten Tag fuhren wir mit Uber zur Westerplatte.
Die Halbinsel ist eng mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs verbunden. Am 1. September 1939 eröffnete das deutsche Kriegsschiff Schleswig-Holstein das Feuer auf das polnische Militärdepot.
Heute erinnert das grosse Westerplatte-Denkmal an die Ereignisse.
Die Atmosphäre dort empfand ich als eindrücklich – gerade weil der Ort selbst relativ ruhig wirkt und gleichzeitig eine so grosse historische Bedeutung hat.

Eigentlich wollten wir danach noch das Museum des Zweiten Weltkriegs besuchen. Wegen eines grossen Events und der entsprechend langen Warteschlange verzichteten wir darauf.
Das Museum blieb damit der einzige Programmpunkt, den wir am Ende auslassen mussten.
Fortbewegung und Kosten
Danzig empfand ich im Vergleich zur Schweiz als relativ preiswert.
Uber und Taxis waren während unserer Reise deutlich günstiger als zuhause. Auch bei Restaurants und Unterkunft hatte ich den Eindruck, für das Geld vergleichsweise viel zu bekommen.
Die Preise können sich schnell ändern, deshalb lohnt sich vor der Reise ein kurzer aktueller Vergleich.
Für die Verbindung nach Sopot ist der Zug praktisch. Innerhalb des Zentrums konnten wir dagegen vieles zu Fuss erledigen.
Für einen kurzen Wochenendtrip fand ich diese Kombination sehr angenehm:
- Altstadt zu Fuss
- Sopot mit dem Zug
- Westerplatte mit Uber/Taxi
Was mir besonders gefallen hat
Besonders gefallen hat mir die Mischung aus sehr unterschiedlichen Eindrücken.
Die Altstadt ist kompakt und fotogen, gleichzeitig liegen mit Sopot und Westerplatte zwei völlig andere Ausflugsziele in unmittelbarer Nähe.
Besonders spannend fand ich ausserdem den historischen Kontext der Stadt. Danzig wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches Städtereiseziel, hat gleichzeitig aber eine grosse politische und historische Bedeutung.

Was ich anders machen würde
Beim nächsten Besuch würde ich den Eintritt ins Museum des Zweiten Weltkriegs besser planen und frühzeitig reservieren beziehungsweise mehr Zeit dafür einrechnen.
Genau dieser Programmpunkt ist uns am Ende entgangen.
Ansonsten würde ich die drei Tage ziemlich ähnlich aufbauen: Altstadt, Sopot und ein historischer Schwerpunkt haben für uns als Kombination sehr gut funktioniert.
Mein Fazit zu Danzig
Danzig hat mich vor allem durch die Mischung überzeugt.
Die historische Innenstadt ist kompakt und angenehm zu Fuss erkundbar. Gleichzeitig sorgen Sopot, die Werft und Westerplatte dafür, dass sich ein Wochenende nicht nur wie ein klassischer Altstadt-Trip anfühlt.
Würde ich wieder nach Danzig reisen? Ja.
Für ein unkompliziertes verlängertes Wochenende ab der Schweiz fand ich die Stadt sehr passend. Besonders gut funktioniert hat für mich, dass sich Stadt, Ostsee und Geschichte ohne komplizierte Planung miteinander verbinden lassen.
Meine Tipps für Danzig
- Hotel zentral wählen. Für einen kurzen Aufenthalt spart das viel Zeit.
- Sopot als Halbtag einplanen. Der Ausflug lässt sich gut mit einem Nachmittag in Danzig kombinieren.
- Museum des Zweiten Weltkriegs früh planen. Spontan kann es zu langen Wartezeiten kommen.
- Westerplatte mit einbauen, wenn dich Geschichte interessiert.
- Nicht alles durchplanen. Die Altstadt funktioniert auch sehr gut ohne festen Ablauf.
- Uber oder Taxi kann praktisch sein. Vor allem für Ziele ausserhalb des Zentrums war das für uns unkompliziert.
