Im Oktober und November 2025 bin ich während 19 Tagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Japan gereist. Meine Route führte von Tokio über Nagoya, Kyoto, Osaka und Hiroshima bis nach Fukuoka.
Besonders gut funktioniert hat für mich die Kombination aus Shinkansen und lokalem ÖV. Gleichzeitig habe ich unterwegs gemerkt, dass nicht jeder Reisetag komplett durchgeplant sein muss – gerade Tokio hat mir ziemlich schnell gezeigt, wie wertvoll ein ungeplanter Ruhetag sein kann.
Japanreise auf einen Blick
- Reisezeit: Oktober/November 2025
- Dauer: 19 Tage
- Route: Tokio – Nagoya – Kyoto – Osaka – Hiroshima – Fukuoka
- Anreise: Zürich – Hongkong – Tokio Narita mit Cathay Pacific
- Unterkünfte: überwiegend Business Hotels
- Fortbewegung: Shinkansen, lokale Züge, U-Bahn, Bus und Fähre
- Weiterreise: ab Fukuoka nach Seoul
Anreise und Fortbewegung
Meine Reise begann am 19. Oktober 2025 in Zürich. Mit Cathay Pacific ging es über Hongkong nach Tokio Narita.
Nach der Ankunft am Nachmittag des Folgetages nutzte ich den Airport Limousine Bus für die Fahrt in die Stadt. Gerade nach der langen Anreise fand ich es angenehm, das Gepäck einfach einzuladen und ohne weitere Umstiege Richtung Hotel zu fahren.
Für den lokalen Verkehr wurde die Suica im Apple Wallet schnell zu meinem wichtigsten Begleiter. Damit konnte ich viele Züge, U-Bahnen und Busse unkompliziert bezahlen.
Die längeren Strecken zwischen den Städten legte ich mit dem Shinkansen zurück. Das System funktionierte für mich schnell, zuverlässig und deutlich unkomplizierter, als ich es vor der Reise erwartet hatte.
Wer sich speziell für den Verkehr in Tokio oder den Shinkansen interessiert, findet dazu separate Guides auf meiner Seite.

Meine Route auf einen Blick
| Station | Tage | Nächte | Weiterreise |
|---|---|---|---|
| Tokio | Tag 1–7 | 7 | Shinkansen nach Nagoya |
| Nagoya | Tag 8 | 1 | Shinkansen nach Kyoto |
| Kyoto & Nara | Tag 9–11 | 3 | Weiter nach Osaka |
| Osaka | Tag 12–14 | 3 | Shinkansen nach Hiroshima |
| Hiroshima & Miyajima | Tag 15–16 | 2 | Shinkansen nach Fukuoka |
| Fukuoka | Tag 17–19 | 3 | Flug nach Seoul |
Die Route von Tokio bis Fukuoka hat für mich sehr gut funktioniert. Bei einer kürzeren Reise würde ich am ehesten Nagoya streichen und die zusätzliche Zeit auf Tokio, Hiroshima oder Fukuoka verteilen.
Meine Route durch Japan
Tokio: Tag 1–7
Nach der Landung in Tokio checkte ich zuerst im Hotel Wing International Ikebukuro ein. Aufgrund der langen Anreise ging es danach praktisch direkt ins Bett.
Am ersten vollen Tag startete ich in Shinjuku. Schon der Bahnhof war eine Erfahrung für sich – den richtigen Ausgang zu finden, ist beim ersten Besuch tatsächlich eine kleine Herausforderung.
Von dort ging es zum Tokyo Metropolitan Government Building. Die kostenlose Aussichtsplattform im 45. Stock bietet einen weiten Blick über Tokio und bei klarer Sicht sogar Richtung Fuji.
Anschliessend lief ich weiter zum Meiji-Schrein und danach nach Harajuku.
Die Takeshita Street war mir persönlich zu touristisch. Deutlich spannender fand ich die Menschenmassen am Shibuya Crossing.
Am Abend ging es zurück nach Shinjuku. Dort besuchte ich zuerst Omoide Yokocho mit seinen engen Gassen und kleinen Grillrestaurants, danach Kabukicho und Golden Gai.
Golden Gai mit seinen winzigen Bars fand ich besonders interessant. Viele Lokale sind nur wenige Quadratmeter gross und verlangen teilweise eine kleine Cover Charge.


Ein ungeplanter Ruhetag
Am dritten Tag machten sich Jetlag und die vielen Eindrücke bemerkbar.
Statt das geplante Programm trotzdem durchzuziehen, legte ich praktisch einen Ruhetag ein. Das Hotel verliess ich nur kurz für einen Abstecher zum nächsten 7-Eleven.
Im Nachhinein würde ich bei einer längeren Japanreise solche Pausen sogar bewusst einplanen. Tokio ist intensiv, und sieben komplett durchgeplante Tage hintereinander wären mir zu viel gewesen.
Fuji-Tour
Am vierten Tag ging es auf eine organisierte Tour Richtung Fuji.
Am Oishi Park am Kawaguchiko hatten wir Glück: Die Wolken verzogen sich und gaben den Blick auf den Fuji frei.
Weitere Stopps führten unter anderem zu einem traditionellen Dorf und zum Arakurayama Sengen Park mit der bekannten Pagode.
Gerade dort waren viele andere Besucher unterwegs. Die Aussicht und das bekannte Motiv fand ich trotzdem beeindruckend.

Weitere Tage in Tokio
Die restlichen Tage in Tokio waren eine Mischung aus Kultur, Shopping und verschiedenen Stadtvierteln.
Bei Ichiran probierte ich Ramen in den typischen Einzelkabinen. Gerade als Alleinreisender fand ich das Konzept unkompliziert. Weitere Stationen waren Ginza, Asakusa, der Tokyo Skytree, Shimokitazawa, die Gärten des Kaiserpalasts und der Ameyoko Market.
Besonders angenehm fand ich, dass sich die verschiedenen Viertel teilweise völlig unterschiedlich anfühlen. Tokio besteht nicht nur aus Neonlichtern und Hochhäusern.

Nagoya: Tag 8
Von Tokio ging es mit dem Shinkansen weiter nach Nagoya.
Dort besuchte ich die Burg Nagoya, den Great Buddha of Shuurakuen und den Atsuta-jingu-Schrein.
Der Great Buddha of Shuurakuen war für mich besonders spannend, weil dort praktisch keine Touristen unterwegs waren. Anders als bei vielen bekannteren Sehenswürdigkeiten.
Nagoya hat sich für mich für eine Nacht gelohnt. Bei einer kürzeren Japanreise wäre es aber wahrscheinlich die erste Station, die ich streichen würde, um mehr Zeit für andere Orte zu haben.


Kyoto und Nara: Tag 9–11
Von Nagoya ging es weiter nach Kyoto.
Mein Hotel lag direkt beim Bahnhof, was die Anreise mit Gepäck sehr einfach machte.
Fushimi Inari am Abend
Am ersten Abend besuchte ich den Fushimi-Inari-Schrein.
Ich war erst später am Tag dort und fand die Stimmung zwischen den Tori bei Dunkelheit besonders angenehm. Im Vergleich zu den Bildern, die man tagsüber von den grossen Menschenmengen kennt, war es deutlich ruhiger.
Danach ging es noch durch Gion.

Die bekannten Sehenswürdigkeiten
Am nächsten Tag standen einige der bekanntesten Orte Kyotos auf dem Programm.
Zuerst ging es zum Kinkaku-ji, danach zum Kaiserpalast und später zum Kiyomizu-dera.
Gerade rund um den Kiyomizu-dera empfand ich die Menschenmassen als anstrengend. Die engen Gassen auf dem Weg dorthin waren stark gefüllt. Der Tempel selbst und die Aussicht über die Stadt waren trotzdem sehenswert.
Tagesausflug nach Nara
Am dritten Tag machte ich einen Ausflug nach Nara.
Die bekannten Hirsche waren natürlich überall präsent. Mein persönliches Highlight war aber der Tōdai-ji mit seiner grossen bronzenen Buddha-Statue.
Bevor es weiter nach Osaka ging, besuchte ich zusätzlich noch das Eisenbahnmuseum in Kyoto.
Gerade nach den vielen Shinkansen-Fahrten fand ich den Einblick in die Geschichte der japanischen Eisenbahn spannend.


Osaka: Tag 12–14
Von Kyoto nach Osaka dauerte die Fahrt nur kurz.
Meine Ankunft fiel auf Halloween. Rund um Dotonbori und die Ebisu-Brücke war entsprechend viel los, und Teile des Gebiets waren polizeilich gesichert. Trotz der Menschenmassen genoss ich dort mein erstes Okonomiyaki in Osaka.
An den folgenden Tagen besuchte ich unter anderem die Tenjinbashi-suji Shoppingstrasse, die Burg Osaka, Abeno Harukas, Shinsekai und den Namba Yasaka Shrine.
Am letzten Abend ging es auf das Umeda Sky Building.
Die verglaste Rolltreppe zwischen den beiden Türmen und der Blick über Osaka haben mir dort besonders gefallen.




Hiroshima und Miyajima: Tag 15–16
Von Osaka brachte mich der Shinkansen weiter nach Hiroshima.
Der Besuch des Friedensparks und der Atombombenkuppel war einer der nachdenklichsten Momente der Reise.
In unmittelbarer Nähe befinden sich auch das neue Fussballstadion und die rekonstruierte Burg Hiroshima.
Kulinarisch probierte ich hier die Hiroshima-Variante von Okonomiyaki. Im Gegensatz zur Osaka-Version werden die Zutaten geschichtet.
Die Zubereitung direkt vor mir am Tresen fand ich fast genauso interessant wie das Essen selbst.

Tagesausflug nach Miyajima
Am nächsten Tag ging es mit Zug und Fähre nach Miyajima.
Das bekannte Torii im Wasser war entsprechend stark besucht. Da die Schlange für Fotos am Wasser sehr lang war, verzichtete ich auf das klassische Bild und ging stattdessen Richtung Seilbahn.
Von dort fuhr ich weiter zum Shishiiwa Observatory.
Der Blick über die Bucht von Hiroshima war für mich deutlich interessanter als das Warten auf ein perfektes Standardfoto.


Fukuoka: Tag 17–19
Meine letzte Station in Japan war Fukuoka auf der Insel Kyushu.
Ein Highlight war der Nanzoin-Tempel mit seiner rund 41 Meter langen liegenden Buddha-Statue. Für die Anfahrt musste ich ungefähr 30 Minuten einplanen. Für mich hat sich der Ausflug gelohnt.
In der Stadt besuchte ich unter anderem Canal City und den Nishi Park. Am letzten vollen Tag ging es zum Fukuoka Tower und anschliessend zu Fuss weiter Richtung Ohori Park.
Im November waren die Temperaturen mit rund 22 Grad angenehm genug für einen längeren Spaziergang.
Den Abschluss meiner Japanreise bildete der kostenlose Aussichtspunkt im Hakata Port Tower. Am nächsten Tag ging es weiter zum Flughafen und anschliessend nach Seoul.




Was mir besonders gefallen hat
Am stärksten in Erinnerung geblieben sind mir nicht nur einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem die Unterschiede zwischen den Städten.
Tokio war intensiv und riesig. Kyoto wirkte historischer, aber auch deutlich touristischer. Osaka fühlte sich lebhafter und kulinarischer an, Hiroshima wiederum ruhiger und geschichtlicher. Fukuoka war für mich ein angenehmer Abschluss der Reise.
Besonders gut funktioniert hat ausserdem der öffentliche Verkehr.
Die langen Strecken mit dem Shinkansen fühlten sich nie wie verlorene Reisetage an. Dadurch konnte ich relativ viele Städte besuchen, ohne ständig das Gefühl zu haben, nur unterwegs zu sein.
Was ich anders machen würde
Bei einer nächsten Japanreise würde ich vor allem eines ändern: mehr Luft zwischen den Programmpunkten. Der ungeplante Ruhetag in Tokio hat mir ziemlich schnell gezeigt, dass nicht jeder Tag komplett gefüllt sein muss.
Gerade in grossen Städten wie Tokio, Kyoto oder Osaka entsteht sonst schnell das Gefühl, nur noch eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abzuhaken.
Nagoya würde ich bei weniger Reisezeit vermutlich streichen und die zusätzliche Nacht eher in Tokio, Hiroshima oder Fukuoka verbringen.
Kyoto würde ich weiterhin besuchen, aber stark frequentierte Orte möglichst früh am Morgen oder später am Abend einplanen.
Mein Fazit zu meiner Japanreise
Die Route von Tokio bis Fukuoka hat für mich insgesamt sehr gut funktioniert.
Durch den Shinkansen lassen sich mehrere grosse Städte miteinander verbinden, ohne dass jeder Ortswechsel einen kompletten Reisetag beansprucht.
Besonders gefallen hat mir, wie unterschiedlich sich die einzelnen Stationen angefühlt haben. Obwohl ich fast drei Wochen im selben Land unterwegs war, wirkte kaum eine Stadt wie die vorherige.
Würde ich die Reise nochmals so planen? Grundsätzlich ja.
Ich würde allerdings bewusst mehr Pausen einplanen und weniger versuchen, jeden Tag vollständig auszunutzen.
Meine Tipps für eine Japan-Rundreise
- Nicht jeden Tag komplett verplanen. Gerade bei einer längeren Reise sind Pausen wichtiger, als ich vorher dachte.
- Hotels in Bahnhofsnähe wählen. Das war besonders in Kyoto mit Gepäck sehr angenehm.
- Suica nutzen. Für den lokalen Verkehr war die Karte im Apple Wallet für mich extrem praktisch.
- Shinkansen-Strecken vorher grob planen. So kannst du besser einschätzen, ob einzelne Tickets oder ein Rail Pass für deine Route sinnvoller sind.
- Beliebte Orte zu Randzeiten besuchen. Das hat bei Fushimi Inari für mich deutlich besser funktioniert.
- Nicht jede Stadt erzwingen. Wenn die Zeit knapp ist, würde ich lieber eine Station streichen und dafür an anderen Orten länger bleiben.









