Der Shinkansen war während meiner Japanreise das wichtigste Verkehrsmittel zwischen den einzelnen Städten. Ich bin damit unter anderem zwischen Tokio, Nagoya, Kyoto, Osaka, Hiroshima und Fukuoka unterwegs gewesen. Vor der Reise wirkten Zugtypen, Sitzplatzreservierungen und Gepäckregeln komplizierter, als sie vor Ort tatsächlich waren.
In diesem Guide erkläre ich das System so, wie ich es selbst gebraucht hätte: von der Wahl des Zuges über die Buchung bis zum richtigen Gleis.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Auf der Strecke Tokio–Kyoto–Osaka sind vor allem Nozomi, Hikari und Kodama relevant.
- Für längere Strecken würde ich einen reservierten Sitzplatz bevorzugen.
- Bei grossen Koffern gelten auf gewissen Shinkansen-Strecken besondere Regeln.
- Normale IC-Karten wie Suica ersetzen kein Shinkansen-Ticket.
- Die Bahnhöfe wirken gross, sind aber gut beschildert.
- Ich habe meine Tickets teilweise über Klook gebucht und damit gute Erfahrungen gemacht.
- Wer einen Japan Rail Pass nutzen möchte, sollte vorher genau rechnen, ob er sich für die eigene Route lohnt.
Zuletzt inhaltlich geprüft: September 2026
Welche Shinkansen-Züge gibt es?
Nicht jeder Shinkansen hält an denselben Stationen. Auf der stark genutzten Strecke zwischen Tokio, Kyoto und Osaka begegnen dir vor allem drei Namen.
Nozomi
Der Nozomi hält an vergleichsweise wenigen Stationen und ist dadurch die schnellste Variante auf dieser Strecke.
Ohne Rail Pass war der Nozomi für meine Route meistens die naheliegendste Wahl, wenn ich möglichst direkt von einer grossen Stadt zur nächsten fahren wollte.
Wichtig für Reisende mit Japan Rail Pass: Der Nozomi ist im normalen Japan Rail Pass nicht enthalten. Mit einem zusätzlichen Nozomi-/Mizuho-Ticket können Passinhaber ihn jedoch nutzen. (Stand September 2026)
Hikari
Der Hikari hält häufiger und braucht entsprechend etwas länger.
Er ist insbesondere für Reisende mit Japan Rail Pass interessant, weil er im regulären Geltungsbereich des Passes enthalten ist.
Kodama
Der Kodama hält an sehr vielen Stationen und ist deshalb deutlich langsamer.
Für eine direkte Fahrt zwischen Tokio und Kyoto würde ich ihn nicht gezielt wählen. Für kleinere Stationen entlang der Strecke kann er dagegen sinnvoll sein.
Sitzplätze im Shinkansen
Je nach Zug kannst du zwischen reservierten und nicht reservierten Plätzen wählen.
Non-Reserved Seat (Jiyu-seki)
In den nicht reservierten Wagen gibt es keine feste Sitzplatznummer.
Das bedeutet:
- du bist flexibel,
- hast aber keinen garantierten Sitzplatz,
- und musst bei hoher Auslastung unter Umständen stehen.
Für kurze oder spontane Fahrten kann das praktisch sein.
Reserved Seat (Shitei-seki)
Hier bekommst du eine feste Wagen- und Sitzplatznummer.
Auf längeren Strecken würde ich persönlich diese Variante bevorzugen. Gerade mit Gepäck ist es angenehm zu wissen, wo man sitzt und nicht zuerst nach einem freien Platz suchen zu müssen.
Green Car
Der Green Car entspricht ungefähr der ersten Klasse.
Die Sitze sind breiter und es gibt mehr Platz. Für meine Reise war das nicht nötig – die normalen reservierten Sitzplätze fand ich bereits sehr komfortabel.
Wichtig:
In stark frequentierten Reisezeiten lohnt sich eine frühzeitige Reservierung besonders. Bei Nozomi-Zügen werden während bestimmten Hauptreisezeiten ausschliesslich reservierte Sitzplätze angeboten. (Stand September 2026)
Gepäck im Shinkansen: Die 160 cm-Regel
Eine der Fragen, die vor meiner Reise am kompliziertesten wirkte, war das Gepäck.
Entscheidend ist die Summe aus Höhe + Breite + Tiefe.
Mein Beispiel:
- Höhe: 66 cm
- Breite: 46 cm
- Tiefe: 25 cm
Das ergibt insgesamt 137 cm.
Damit liegt der Koffer unter der relevanten Grenze von 160 cm.
Gepäck bis 160 cm
Koffer mit einer Summe der drei Seiten von höchstens 160 cm benötigen auf den betroffenen Shinkansen-Strecken keine spezielle Gepäckreservierung.
Mit 137 cm liegt mein Koffer unter der 160 cm-Grenze und benötigt keine spezielle Gepäckreservierung. (Siehe Foto)
Je nach Grösse kann das Gepäck in der Ablage, im Fussraum oder in einem vorgesehenen Gepäckbereich verstaut werden.

Gepäck über 160 bis 250 cm
Auf dem Tokaido-, Sanyo-, Kyushu- und Nishi-Kyushu-Shinkansen gelten für sogenanntes Oversized Baggage besondere Regeln. Bei einer Summe aus Höhe, Breite und Tiefe von mehr als 160 bis maximal 250 cm ist eine Reservierung für einen Sitzplatz mit entsprechendem Gepäckbereich erforderlich.
Wer einen Koffer mit 161 bis 250 cm mitnimmt, sollte einen Sitzplatz mit entsprechendem Gepäckbereich reservieren.
Aktuelle Regeln: Die offiziellen Gepäckbestimmungen findest du bei JR Central.
Gepäck über 250 cm
Solches Gepäck darf nicht regulär mitgenommen werden.
Bei sehr grossen Koffern kann deshalb ein Gepäckversand zwischen den Hotels die angenehmere Lösung sein.
Shinkansen-Tickets buchen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Shinkansen-Tickets zu kaufen.
Buchung über Klook
Ich habe auf meiner Reise auch Klook genutzt und fand die Buchung unkompliziert.
Für mich waren vor allem folgende Punkte angenehm:
- Die Buchung war für mich auch auf Deutsch unkompliziert
- Bezahlung mit meiner normalen Kreditkarte
- einfache Auswahl der Verbindung
- unkomplizierte Abwicklung
So lief meine Klook-Buchung ab
- Online buchen
- QR-Code erhalten
- Am Bahnhof am Automaten scannen
- Physisches Ticket ausdrucken
- Fertig
Gerade nach einem langen Flug fand ich das deutlich entspannter, als mich direkt durch einen japanischen Ticketautomaten arbeiten zu müssen.
Für mich war das unkompliziert. Nachteile sind der mögliche Aufpreis gegenüber einer Direktbuchung und die geringere Flexibilität bei spontanen Änderungen.


Direkt bei JR
Tickets lassen sich ebenfalls direkt über die offiziellen JR-Angebote, Automaten oder Schalter kaufen.
Das hat den Vorteil, dass du direkt beim eigentlichen Bahnbetreiber buchst und je nach Tarif flexibler bei Änderungen bist.
So läuft eine Shinkansen-Fahrt am Bahnhof ab
1. Verbindung kontrollieren
Auf deinem Ticket beziehungsweise deiner Buchung findest du Zugname, Abfahrtszeit, Wagen und Sitzplatz.
2. Zum Shinkansen-Bereich gehen
Grosse Bahnhöfe haben separate Zugänge für die Shinkansen-Gleise.
3. Gleis und Wagen kontrollieren
Auf den Anzeigen findest du Zugname, Abfahrtszeit, Ziel und Gleis.
4. In der richtigen Reihe warten
Die Wartelinien sind auf dem Boden markiert und der Zug hält sehr präzise an der vorgesehenen Position.
5. Einsteigen und Platz suchen
Mit reserviertem Sitzplatz gehst du direkt zu deiner Wagen- und Sitznummer.
Was du während der Fahrt wissen solltest
Suica und andere IC-Karten
Eine Suica, PASMO oder ICOCA ist für den normalen Nahverkehr enorm praktisch.
Ich habe die Suica während meiner Reise unter anderem für U-Bahn, lokale Züge, Busse, Convenience Stores und Getränkeautomaten genutzt.
Wichtig ist aber: Eine normale Fahrt mit dem Shinkansen wird dadurch nicht automatisch bezahlt.
Essen im Shinkansen: Ekiben
Was ich vorher unterschätzt hatte, sind die sogenannten Ekiben.
Dabei handelt es sich um Bento-Boxen, die an vielen Bahnhöfen verkauft werden und sich perfekt für die Fahrt eignen.
WLAN und Strom
Je nach Zug und Sitzplatz stehen WLAN und Steckdosen zur Verfügung.
Auf das WLAN würde ich mich allerdings nicht verlassen.
Kann man den Fuji aus dem Shinkansen sehen?
Auf der Strecke zwischen Tokio und Kyoto beziehungsweise Osaka kann man bei guter Sicht den Fuji sehen.
Wenn dir das wichtig ist, würde ich den Sitzplatz bereits bei der Buchung gezielt auswählen und die aktuelle Wagenkonfiguration kontrollieren. Von Tokio nach Osaka sollte man auf der rechten Seite einen Platz wählen, in der Gegenrichtung entsprechend die linke Seite.
Typische Fehler
Den falschen Bahnhof auswählen
Besonders wichtig in Osaka: Osaka Station und Shin-Osaka sind nicht dasselbe. Wenn du mit dem Shinkansen nach Osaka fährst, solltest du deshalb bei der Routenplanung gezielt nach Shin-Osaka suchen.
Zu spät am Bahnsteig erscheinen
Japanische Züge warten nicht darauf, dass noch jemand gemütlich die Treppe hinunterkommt. Ich war deshalb lieber einige Minuten früher am Gleis, besonders wenn ich meinen Wagen noch suchen musste.
Grosses Gepäck nicht prüfen
Bei einem normalen Reisekoffer ist meist alles unkompliziert. Bei sehr grossen Koffern solltest du die Masse aber vorher kontrollieren.
Den Rail Pass automatisch kaufen
Der Japan Rail Pass ist nicht automatisch die günstigste Lösung. Rechne deine geplanten Langstrecken vorher einzeln zusammen und vergleiche sie mit dem Preis des Passes.
Mit dem „JR Fare Calculator“ kann man berechnen, ob ein JR Pass Sinn macht oder nicht.
Mein Fazit zum Shinkansen
Der Shinkansen war für mich eines der Highlights meiner Japanreise – nicht, weil Zugfahren an sich spektakulär wäre, sondern weil das gesamte System so unkompliziert funktioniert, sobald man es einmal verstanden hat.
Was würde ich wieder gleich machen? Einen Sitzplatz reservieren, mein Gepäck vorher ausmessen und Langstrecken bewusst mit dem Shinkansen planen.






















