Schlagwort: Seoul

  • DMZ-Tour ab Seoul: Meine Erfahrungen an der Grenze zu Nordkorea

    DMZ-Tour ab Seoul: Meine Erfahrungen an der Grenze zu Nordkorea

    Während meiner Reise nach Seoul habe ich einen ganzen Tag für eine organisierte Tour zur demilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea eingeplant. Die DMZ liegt nur wenige Dutzend Kilometer von Seoul entfernt und gehört zu den ungewöhnlichsten Tagesausflügen, die man von der südkoreanischen Hauptstadt unternehmen kann.

    Ich fand die Tour geschichtlich interessant und stellenweise eindrücklich. Gleichzeitig war sie stark organisiert, mit viel Zeit im Bus verbunden und teilweise touristischer, als ich vorher erwartet hatte.

    Tour auf einen Blick

    • Ausgangspunkt: Seoul / Myeongdong
    • Dauer: ungefähr ein ganzer Tag
    • Art: organisierte Gruppentour
    • Buchung: GetYourGuide
    • Fortbewegung: Reisebus
    • Wichtig: Reisepass mitnehmen
    • Programmpunkte meiner Tour: Gamaksan Suspension Bridge, Imjingak Park, dritter Infiltrationstunnel, Mittagessen im Grenzgebiet und Dora Observatory

    Wichtig: Welche Bereiche der DMZ zugänglich sind, kann sich kurzfristig ändern. Vor der Buchung würde ich deshalb immer den aktuellen Ablauf beim jeweiligen Veranstalter prüfen.

    Vorbereitung und Buchung

    Ich habe meine Tour über GetYourGuide gebucht.

    Für mich war das unkompliziert: Tour auswählen, Treffpunkt kontrollieren und am entsprechenden Morgen in Myeongdong erscheinen.

    Der Reisepass ist für die Tour obligatorisch. Bei meinem Besuch wurde der Bus an einem militärischen Checkpoint kontrolliert. Soldaten stiegen in den Bus und überprüften die Reisepässe der Teilnehmer. Ohne gültigen Reisepass solltest du deshalb gar nicht erst zur Tour erscheinen.

    Wichtig für die Planung: Die klassische DMZ Peace Tour in Paju ist montags geschlossen. Das betrifft unter anderem den dritten Infiltrationstunnel und das Dora Observatory. Wenn du diese Tour machen möchtest, solltest du deshalb keinen Montag einplanen. Zusätzlich können Touren bei Sicherheitsvorfällen, schlechtem Wetter oder anderen besonderen Umständen kurzfristig eingeschränkt oder abgesagt werden.

    Auch der genaue Ablauf kann sich kurzfristig ändern. Einzelne Programmpunkte können ersetzt oder in einer anderen Reihenfolge besucht werden.

    Standort Auf Karte 760x1024

    Ablauf meiner DMZ-Tour

    Start in Myeongdong

    Der Treffpunkt lag direkt bei der Station Myeongdong.

    Wir starteten gegen 7.30 Uhr am Morgen. Da ich die Tour an einem Sonntag machte, kamen wir relativ schnell aus Seoul heraus.

    Von dort ging es mit dem Bus Richtung Norden.

    Je weiter wir uns von Seoul entfernten, desto weniger fühlte sich die Umgebung nach einer Millionenmetropole an. Gleichzeitig wurde durch militärische Anlagen und die zunehmende Nähe zur Grenze deutlich, dass dieser Tagesausflug nicht mit einer normalen Sightseeing-Tour vergleichbar ist.

    Gamaksan Suspension Bridge

    Unser erster Halt war die Gamaksan Suspension Bridge.

    Die Hängebrücke liegt noch ausserhalb der eigentlichen DMZ und ist rund 170 Meter lang. Beim Überqueren bewegt sie sich durchaus spürbar.

    Da ich im Herbst unterwegs war, gefiel mir besonders die Landschaft rund um die Brücke. Die bewaldeten Hügel in ihren Herbstfarben boten einen starken Kontrast zu den späteren, deutlich ernsteren Programmpunkten des Tages.

    Für mich war dieser Stopp eher ein landschaftlicher Auftakt als der eigentliche Grund für die Tour.

    Haengebruecke 1024x768

    Imjingak Park

    Anschliessend ging es weiter zum Imjingak Park.

    Spätestens hier wird die Teilung Koreas deutlich greifbarer.

    Der Park verbindet Gedenkstätten, historische Objekte und touristische Infrastruktur miteinander. Diese Mischung empfand ich zunächst als etwas ungewöhnlich.

    Unter anderem befinden sich dort verschiedene Erinnerungsorte im Zusammenhang mit dem Koreakrieg und der Teilung der koreanischen Halbinsel.

    Weiter ins kontrollierte Grenzgebiet

    Von Imjingak ging es weiter in stärker kontrollierte Bereiche.

    Je nach aktueller Situation können hier Identitätskontrollen stattfinden. Der Ablauf war deutlich stärker geregelt als bei einem normalen Tagesausflug.

    Genau hier wurde für mich die politische Realität hinter dem touristischen Programm spürbarer.

    Checkpoint DMZ 1024x768

    Der dritte Infiltrationstunnel

    Einer der eindrücklichsten Programmpunkte war für mich der dritte Infiltrationstunnel.

    Der Tunnel wurde unter der Grenze entdeckt und ist heute teilweise für Besucher zugänglich.

    Man läuft zunächst einen relativ steilen Weg hinunter. Im Tunnel selbst ist es eng, feucht und stellenweise niedrig.

    Wer Probleme mit engen Räumen hat, sollte diesen Abschnitt nicht unterschätzen.

    Was hinuntergeht, muss anschliessend natürlich auch wieder hinauf. Der Rückweg war körperlich anstrengender, als ich vorher erwartet hatte.

    3. Infiltrationstunnel 1024x768

    Mittagessen im Grenzgebiet

    Zwischendurch gab es ein gemeinsames Mittagessen.

    Das Restaurant war eher einfach eingerichtet. Serviert wurden verschiedene koreanische Gerichte und Banchan.

    Interessant war für mich weniger das Restaurant selbst als die Situation: Man sitzt beim Essen und weiss gleichzeitig, dass man sich in einem militärisch stark kontrollierten Gebiet in unmittelbarer Nähe zu Nordkorea befindet.

    Diesen Kontrast fand ich ungewöhnlich.

    Dora Observatory

    Ein weiterer wichtiger Stopp war das Dora Observatory.

    Von dort hat man bei entsprechender Sicht einen Blick Richtung Nordkorea. Mit den vorhandenen Ferngläsern lassen sich auf der anderen Seite verschiedene Gebäude und Landschaftsbereiche erkennen.

    Bei meinem Besuch galten dort sehr strenge Regeln für Fotos. In Richtung Nordkorea durften wir keine Fotos machen. Vor Ort waren Soldaten, die darauf achteten, dass diese Vorgabe eingehalten wurde.

    Gerade dadurch wurde mir nochmals bewusst, dass man sich trotz der touristischen Infrastruktur weiterhin in einem militärisch sensiblen Grenzgebiet befindet.

    Für mich war das wahrscheinlich der Moment der Tour, bei dem mir die geografische Nähe zwischen Süd- und Nordkorea am stärksten bewusst wurde.

    Dora Observatory 1024x768

    Fotografieren in der DMZ

    Beim Fotografieren solltest du dich immer an die Hinweise der Guides und des Militärpersonals halten.

    Je nach Bereich können unterschiedliche Einschränkungen gelten. Ich würde deshalb keine allgemeine Regel wie «Fotos Richtung Nordkorea sind verboten» formulieren.

    Vor Ort wird klar erklärt, wo fotografiert werden darf und wo nicht.

    Gerade bei einer Tour in einem militärisch kontrollierten Gebiet würde ich mich strikt an diese Vorgaben halten.

    Was mir an der DMZ-Tour gefallen hat

    Am interessantesten fand ich den historischen und politischen Kontext.

    Man kann natürlich viel über die Teilung Koreas lesen oder Dokumentationen darüber anschauen. Vor Ort bekommt das Thema aber eine andere Dimension.

    Besonders in Erinnerung geblieben sind mir:

    • der dritte Infiltrationstunnel
    • der Blick vom Dora Observatory
    • Imjingak
    • die unmittelbare Nähe zur Grenze
    • die vielen geschichtlichen Erklärungen während der Tour

    Auch landschaftlich fand ich einige Abschnitte überraschend schön, insbesondere rund um die Gamaksan Suspension Bridge.

    Was mich weniger überzeugt hat

    Die Tour ist stark durchorganisiert.

    Man folgt einem festen Ablauf, verbringt relativ viel Zeit im Bus und hat an den einzelnen Orten nur begrenzt Zeit zur freien Verfügung.

    Einige Programmpunkte wirkten auf mich ausserdem touristischer, als ich erwartet hatte.

    Wer sich eine möglichst individuelle Erkundung erhofft, wird bei einer solchen Tour wahrscheinlich nicht glücklich.

    Für mich war das kein Grund, den Ausflug grundsätzlich schlecht zu finden – man sollte aber vorher wissen, worauf man sich einlässt.

    Schwierigkeit und praktische Hinweise

    Körperlich ist die Tour grundsätzlich nicht besonders anspruchsvoll.

    Eine Ausnahme ist der dritte Infiltrationstunnel.

    Der Weg hinunter und anschliessend wieder hinauf kann anstrengend sein. Dazu kommen die Enge und die niedrige Decke innerhalb des Tunnels.

    Ich würde deshalb berücksichtigen:

    • bequeme Schuhe tragen
    • Reisepass mitnehmen
    • genug Wasser dabeihaben
    • bei Platzangst den Tunnel realistisch einschätzen
    • Anweisungen der Guides genau beachten
    • mit kurzfristigen Änderungen im Programm rechnen

    Lohnt sich eine DMZ-Tour ab Seoul?

    Für mich hat sich die Tour bedingt gelohnt.

    Wenn dich die Geschichte Koreas, die Teilung der Halbinsel und das Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea interessieren, bekommst du dort Eindrücke, die du in Seoul selbst kaum erhältst.

    Wer dagegen einfach einen spektakulären Tagesausflug sucht, sollte sich überlegen, ob ein zusätzlicher Tag in Seoul nicht besser passt.

    Die Tour lebt für mich weniger von einzelnen Sehenswürdigkeiten als vom historischen Zusammenhang.

    Mein Fazit zur DMZ-Tour

    Ich bin froh, die DMZ einmal besucht zu haben.

    Der Ausflug hat mir einen Einblick in einen Teil der koreanischen Geschichte gegeben, den man bei einer normalen Städtereise schnell ausblendet.

    Gleichzeitig war mir nach dem Tag klar, dass ich diese Tour nicht bei jedem weiteren Seoul-Besuch wiederholen müsste.

    Würde ich die DMZ-Tour nochmals machen? Wahrscheinlich nicht.

    Einmal fand ich sie interessant und sehenswert. Bei einem zweiten Besuch würde ich den zusätzlichen Tag lieber nutzen, um weitere Viertel in Seoul kennenzulernen.

    Meine Tipps für eine DMZ-Tour

    • Keinen Montag einplanen. Die DMZ Peace Tour in Paju mit dem dritten Infiltrationstunnel und dem Dora Observatory findet montags nicht statt
    • Reisepass mitnehmen – obligatorisch. Bei meinem Besuch wurden die Reisepässe aller Teilnehmer an einem militärischen Checkpoint von Soldaten kontrolliert.
    • Aktuellen Tourablauf prüfen. Zugängliche Orte können sich kurzfristig ändern.
    • Früh starten. Viele Touren beginnen bereits am Morgen.
    • Den dritten Infiltrationstunnel nicht unterschätzen. Besonders der Rückweg nach oben kann anstrengend sein.
    • Beim Fotografieren auf die Anweisungen achten. Die Regeln können je nach Bereich unterschiedlich sein.
    • Nicht mit einer individuellen Tour rechnen. Der Tagesablauf ist stark organisiert.
    • Die Tour vor allem wegen der Geschichte buchen. Genau darin lag für mich der grösste Mehrwert.

    Weitere passende Beiträge

  • Seoul in 4 Tagen: Meine Route, Sehenswürdigkeiten und Erfahrungen

    Seoul in 4 Tagen: Meine Route, Sehenswürdigkeiten und Erfahrungen

    Nach meiner Japanreise verbrachte ich vier Tage in Seoul. Die Stadt wirkte auf mich am Anfang riesig und etwas unübersichtlich, gleichzeitig funktionierte der öffentliche Verkehr sehr gut.

    Vier Tage reichen natürlich nicht, um Seoul wirklich vollständig kennenzulernen. Für einen ersten Eindruck konnte ich aber historische Viertel, moderne Stadtteile, den Han-Fluss und einen Tagesausflug zur DMZ miteinander verbinden.

    Reise auf einen Blick

    • Reisezeit: November 2025
    • Dauer: 4 Tage
    • Reiseziel: Seoul, Südkorea
    • Anreise: Flug von Fukuoka nach Seoul
    • Unterkunft: ibis Styles Ambassador Seoul Myeong-dong
    • Fortbewegung: U-Bahn und Bus mit T-Money
    • Navigation: vor allem Naver Maps
    • Ausflug: organisierte DMZ-Tour

    Fortbewegung in Seoul

    Vom Flughafen Incheon nach Seoul mit dem AREX

    Nach meiner Ankunft am Incheon International Airport bin ich mit dem AREX Airport Express nach Seoul gefahren.

    Der Expresszug fährt ohne Zwischenhalt bis Seoul Station. Die Fahrt dauert ab Terminal 1 rund 43 Minuten, ab Terminal 2 etwa 51 Minuten. Daneben gibt es auch den günstigeren All-Stop Train, der unterwegs an mehreren Stationen hält und entsprechend länger braucht.

    Für mich war der AREX eine sehr unkomplizierte Möglichkeit, nach dem Flug direkt ins Zentrum zu kommen.

    Wer nicht in der Nähe der Seoul Station übernachtet, kann dort einfach auf Metro oder Bus umsteigen und die restliche Strecke mit dem normalen ÖV zurücklegen.

    T-Money für Bus und U-Bahn

    Für meine Fahrten in Seoul nutzte ich eine T-Money-Karte.

    Sie funktioniert ähnlich wie die Suica in Japan: Guthaben aufladen und beim Ein- beziehungsweise Aussteigen an das Lesegerät halten. Die Karte kann für U-Bahn, Busse und weitere Verkehrsmittel verwendet werden.

    Eine T-Money-Karte bekommst du unter anderem in Convenience Stores wie CU, GS25, 7-Eleven oder emart24. Solche Läden findest du auch direkt am Incheon Airport beziehungsweise in den Terminals. Auch später in Seoul ist es problemlos möglich, eine Karte zu kaufen und Guthaben aufzuladen.

    Praktisch zu wissen: Für den normalen AREX All-Stop Train kann T-Money verwendet werden. Für den AREX Express Train, den ich genutzt habe, benötigst du dagegen ein separates Ticket.

    Gerade bei mehreren Fahrten pro Tag fand ich T-Money deutlich angenehmer, als jedes Mal ein separates Ticket zu kaufen.

    Navigation mit Naver Maps

    Für die Navigation habe ich in Seoul vor allem Naver Maps genutzt.

    Der Grund dafür ist, dass Google Maps in Südkorea weiterhin nur eingeschränkt funktioniert. Hintergrund sind koreanische Sicherheits- und Kartendatenregeln. Google wurde zwar 2026 unter Auflagen erlaubt, detailliertere Kartendaten für seinen Dienst zu nutzen, die volle Navigation ist aber weiterhin nicht überall so zuverlässig wie in anderen Ländern.

    Für meinen Aufenthalt war Naver Maps deshalb die praktischste Lösung. Bus- und U-Bahn-Verbindungen liessen sich damit zuverlässig planen, und die App zeigte mir klar, welche Linie ich nehmen musste und wo ich umsteigen sollte.

    Eine gute Alternative ist KakaoMap. Auch diese App ist in Südkorea weit verbreitet und eignet sich für ÖV, Fusswege und allgemeine Navigation.

    Mein Tipp wäre deshalb: Naver Maps als Haupt-App installieren und KakaoMap als Alternative bereithalten. Google Maps kann weiterhin für grobe Orientierung, Bewertungen und einzelne Orte nützlich sein, ich würde mich für die eigentliche Navigation in Seoul aber nicht allein darauf verlassen.

    Meine 4 Tage in Seoul

    Tag 1: Historisches Seoul

    Am ersten Tag startete ich im historischen Zentrum.

    Zu den ersten Stationen gehörten der Gyeongbokgung-Palast, das Bukchon Hanok Village und weitere historische Orte rund um das Zentrum.

    Gyeongbokgung-Palast

    Mein erster grösserer Stopp war der Gyeongbokgung-Palast.

    Die weitläufige Anlage bildet einen deutlichen Kontrast zu den modernen Gebäuden rundherum.

    Auffällig waren die vielen Besucher in traditioneller koreanischer Kleidung. Rund um den Palast gibt es zahlreiche Geschäfte, in denen man einen Hanbok für einige Stunden mieten kann. Viele nutzten die Gelegenheit für Fotoshootings in der Palastanlage. Das ist dort tatsächlich sehr verbreitet – wer einen Hanbok trägt, erhält bei den fünf grossen Palästen Seouls zudem kostenlosen Eintritt.

    Während meines Besuchs konnte ich ausserdem einen Wachwechsel beobachten.

    Bukchon Hanok Village

    Danach ging es weiter ins Bukchon Hanok Village.

    Die traditionellen Häuser und engen Gassen wirken völlig anders als die modernen Hochhäuser, die Seoul an vielen anderen Orten prägen.

    Wichtig ist dabei, dass Bukchon teilweise ein bewohntes Quartier ist und nicht nur eine touristische Sehenswürdigkeit. Entsprechend sollte man sich dort ruhig und respektvoll verhalten.

    Bukchon Hanok Village 1024x768

    Cheonggyecheon

    Später lief ich entlang des Cheonggyecheon.

    Heute ist der Bach von einer langgezogenen Park- und Erholungsanlage mit Spazierwegen und Grünflächen umgeben. Das Spannende daran ist seine Entstehung: Der Cheonggyecheon war über Jahrzehnte teilweise überdeckt und von Strassen beziehungsweise einer Hochstrasse überbaut. Zwischen 2003 und 2005 wurde dieser Abschnitt zurückgebaut und der Bach als öffentlicher Stadtraum wiederhergestellt.

    Mitten zwischen Bürogebäuden und dichtem Verkehr entsteht dadurch ein überraschend ruhiger Bereich.

    Nach mehreren Stunden Sightseeing fand ich den Spaziergang dort sehr angenehm.

    Cheonggyecheon 1024x768

    Weitere Eindrücke aus dem historischen Zentrum

    Rund um den Palast liegen weitere bekannte Orte relativ nahe beieinander.

    Dazu gehört unter anderem der Gwanghwamun-Platz, sodass sich dieser Bereich gut zu Fuss mit dem Gyeongbokgung-Palast und den umliegenden Vierteln verbinden lässt.

    Gwanghwamun Platz 1024x768

    Tag 2: DMZ

    Den zweiten Tag verbrachte ich praktisch vollständig ausserhalb Seouls.

    Ich nahm an einer organisierten Tour zur demilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea teil.

    Der Ausflug beanspruchte einen ganzen Tag und war inhaltlich völlig anders als die restlichen Tage in Seoul.

    Dazu habe ich einen eigenen ausführlichen Beitrag geschrieben:

    DMZ-Tour ab Seoul: Meine Erfahrungen an der Grenze zu Nordkorea

    DMZ 3 1024x768

    Tag 3: War Memorial, Itaewon und Han-Fluss

    Am dritten Tag besuchte ich das War Memorial of Korea.

    Die Ausstellung beschäftigt sich ausführlich mit der koreanischen Militärgeschichte und insbesondere mit dem Koreakrieg.

    Ich fand das Museum sehr eindrücklich und inhaltlich interessant. Gleichzeitig war mir die Darstellung stellenweise für meinen persönlichen Geschmack etwas zu patriotisch. Das gehört für mich aber ebenfalls zum Besuch dazu: Man bekommt nicht nur historische Informationen, sondern auch einen Eindruck davon, wie Militärgeschichte in Südkorea präsentiert und erinnert wird.

    Trotzdem würde ich den Besuch nicht missen wollen – gerade in Kombination mit der DMZ-Tour vom Vortag fand ich ihn interessant.

    War Memorial Of Korea 1024x768

    Itaewon

    Danach ging es weiter nach Itaewon.

    Das Viertel unterscheidet sich deutlich von den historischen Bereichen rund um die Paläste und ist unter anderem für Restaurants, Bars und sein internationales Umfeld bekannt.

    Itaewon ist allerdings auch mit einer der schwersten jüngeren Tragödien Seouls verbunden. Am 29. Oktober 2022 kam es während der Halloween-Feierlichkeiten in einer engen Gasse zu einer schweren Massenpanik, bei der 159 Menschen ums Leben kamen.

    Bei meinem Besuch sah ich dort auch Gedenkorte für die Opfer.

    Dadurch bekam der Besuch für mich eine deutlich nachdenklichere Seite, als ich ursprünglich erwartet hatte.

    Itaewon 1024x768

    Am Han-Fluss

    Später verbrachte ich Zeit am Han-Fluss.

    Nach mehreren Tagen zwischen U-Bahn, Hochhäusern und dichtem Stadtverkehr empfand ich die Umgebung am Wasser als angenehme Abwechslung.

    Die breiten Bereiche entlang des Flusses geben der Stadt plötzlich viel mehr Raum. Gleichzeitig bekommt man von dort nochmals einen ganz anderen Blick auf die Skyline.

    Han River 1024x768

    Lotte World Tower

    Später ging es noch Richtung Lotte World Tower.

    Mit rund 555 Metern Höhe ist er das höchste Gebäude Südkoreas und gehört zu den höchsten Wolkenkratzern der Welt. Zum Vergleich: Selbst der One World Trade Center in New York ist etwas niedriger. In Seoul selbst überragt der Lotte World Tower die übrigen Hochhäuser sehr deutlich – das zweithöchste Gebäude der Stadt, Parc1 Tower I, erreicht rund 322 Meter.

    Von oben bekommt man entsprechend einen eindrücklichen Eindruck davon, wie weitläufig Seoul tatsächlich ist.

    Bei einer Aussichtsplattform dieser Höhe würde ich vorher aber unbedingt das Wetter prüfen. Bei schlechter Sicht lohnt sich der Eintritt meiner Meinung nach deutlich weniger.

    Lotte World Tower 768x1024

    Tag 4: N Seoul Tower, Gangnam und Myeongdong

    Am letzten Tag ging es zuerst zum N Seoul Tower.

    Der Turm selbst ist rund 237 Meter hoch, steht aber zusätzlich auf dem Namsan, einem etwa 262 Meter hohen Berg mitten in Seoul. Dadurch liegt die Aussichtsplattform auf rund 480 Metern über Meer und bietet einen sehr weiten Blick über die Stadt.

    Nach oben kommst du entweder bequem mit der Namsan Cable Car oder zu Fuss. Die Seilbahnfahrt dauert nur wenige Minuten. Alternativ kannst du den Namsan über verschiedene Wege hochlaufen – eher eine leichte Stadtwanderung als eine anspruchsvolle Bergtour.

    Ich fand gerade den Standort auf dem bewaldeten Hügel interessant, weil sich der N Seoul Tower dadurch deutlich anders anfühlt als eine klassische Aussichtsplattform in einem Hochhaus.

    Von oben wurde mir nochmals bewusst, wie gross Seoul eigentlich ist.

    Gangnam und Starfield Library

    Danach fuhr ich nach Gangnam.

    Der Name dürfte auch vielen bekannt vorkommen, die sich sonst kaum mit Seoul beschäftigt haben: PSYs „Gangnam Style“ machte den Stadtteil 2012 weltweit bekannt.

    Vor Ort erinnert unter anderem die bekannte Hand-Skulptur an den Song.

    Davon abgesehen ist Gangnam vor allem ein modernes Geschäfts- und Einkaufsviertel mit Hochhäusern, grossen Einkaufszentren und breiten Strassen.

    Gangnam 768x1024

    Im COEX-Komplex besuchte ich anschliessend die Starfield Library.

    Die hohen Bücherregale sehen beeindruckend aus und dürften inzwischen zu den bekanntesten Fotomotiven in Gangnam gehören.

    Wer allerdings eine klassische, ruhige Bibliothek erwartet, könnte überrascht sein. Für mich wirkte die Starfield Library eher wie ein Instagram-Hotspot mit Büchern als wie eine normale Bibliothek. Entsprechend voll war es, und viele Besucher waren hauptsächlich damit beschäftigt, Fotos zu machen.

    Ganz Show ist sie allerdings nicht: Die Bibliothek verfügt tatsächlich über zehntausende Bücher und Magazine. Der touristische Charakter ist vor Ort trotzdem kaum zu übersehen.

    Ich fand es interessant, einmal vorbeizuschauen – länger hätte ich dort aber nicht bleiben müssen.

    Starfield Library 768x1024

    Myeongdong am Abend

    Den Abschluss meines Aufenthalts bildete Myeongdong.

    Am Abend verändert sich die Gegend deutlich: Leuchtreklamen, Geschäfte und Streetfood-Stände sorgen für eine sehr lebhafte Atmosphäre.

    Gerade als Abschluss meiner vier Tage in Seoul fand ich Myeongdong passend.

    Myeongdong Night Market 1024x768

    Was mir besonders gefallen hat

    Seoul hat mir vor allem durch die Mischung gefallen.

    Historische Paläste, traditionelle Häuser, moderne Hochhäuser, grosse Einkaufsviertel und ruhigere Bereiche am Han-Fluss liegen teilweise nur wenige U-Bahn-Stationen voneinander entfernt.

    Besonders positiv in Erinnerung geblieben sind mir:

    • die Mischung aus historischen und modernen Stadtteilen
    • das gut funktionierende öffentliche Verkehrsnetz
    • das Bukchon Hanok Village
    • die Zeit am Han-Fluss
    • der Blick über die Stadt vom N Seoul Tower
    • die unterschiedlichen Viertel
    • die starke Abwechslung innerhalb weniger Tage

    Was ich anders machen würde

    Vier Tage waren für einen ersten Eindruck ausreichend, aber nicht genug, um Seoul wirklich ausführlich kennenzulernen.

    Bei einem zweiten Besuch würde ich weniger einzelne Sehenswürdigkeiten abhaken und stattdessen mehr Zeit in bestimmten Vierteln verbringen.

    Gerade weil Seoul so gross ist, können längere Wege zwischen verschiedenen Programmpunkten viel Zeit beanspruchen.

    Ich würde deshalb künftig noch stärker darauf achten, Orte geografisch sinnvoll miteinander zu kombinieren.

    Auch die DMZ nimmt praktisch einen vollständigen Tag ein. Wer nur drei oder vier Tage in Seoul hat und sich weniger für die koreanische Teilung interessiert, könnte diesen Tag problemlos für weitere Stadtviertel verwenden.

    Mein Fazit zu Seoul

    Seoul hat mich vor allem durch seine Gegensätze überzeugt.

    Historische Paläste und traditionelle Wohnviertel stehen modernen Hochhäusern, riesigen Einkaufszentren und lebhaften Ausgehvierteln gegenüber. Gleichzeitig gibt es mit dem Namsan, dem Han-Fluss oder dem Cheonggyecheon immer wieder Orte, an denen die Stadt plötzlich deutlich ruhiger wirkt.

    Vier Tage waren für meinen ersten Besuch gut geeignet. Trotzdem hatte ich am Ende das Gefühl, nur einen kleinen Teil der Stadt gesehen zu haben.

    Würde ich wieder nach Seoul reisen? Ja.

    Bei einem zweiten Besuch würde ich weniger klassisches Sightseeing einplanen und mehr Zeit für einzelne Viertel, Essen und spontane Entdeckungen reservieren.

    Meine Tipps für Seoul

    • Naver Maps nutzen. Damit kam ich bei Bus und U-Bahn gut zurecht.
    • T-Money verwenden. Für den öffentlichen Verkehr war die Karte unkompliziert.
    • Programmpunkte geografisch bündeln. Seoul ist gross und unnötige Transfers kosten Zeit.
    • Für die DMZ einen ganzen Tag reservieren.
    • Nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten besuchen. Auch die einzelnen Viertel und der Han-Fluss gehören für mich zu einem Seoul-Besuch.
    • Bei Aussichtspunkten vorher das Wetter prüfen.
    • Abends nach Myeongdong gehen, wenn du Streetfood und eine lebhafte Atmosphäre erleben möchtest.

    Weitere passende Beiträge