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  • Shinkansen in Japan: Tickets, Sitzplätze, Gepäck und meine Erfahrungen

    Shinkansen in Japan: Tickets, Sitzplätze, Gepäck und meine Erfahrungen

    Der Shinkansen war während meiner Japanreise das wichtigste Verkehrsmittel zwischen den einzelnen Städten. Ich bin damit unter anderem zwischen Tokio, Nagoya, Kyoto, Osaka, Hiroshima und Fukuoka unterwegs gewesen. Vor der Reise wirkten Zugtypen, Sitzplatzreservierungen und Gepäckregeln komplizierter, als sie vor Ort tatsächlich waren.

    In diesem Guide erkläre ich das System so, wie ich es selbst gebraucht hätte: von der Wahl des Zuges über die Buchung bis zum richtigen Gleis.

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Auf der Strecke Tokio–Kyoto–Osaka sind vor allem Nozomi, Hikari und Kodama relevant.
    • Für längere Strecken würde ich einen reservierten Sitzplatz bevorzugen.
    • Bei grossen Koffern gelten auf gewissen Shinkansen-Strecken besondere Regeln.
    • Normale IC-Karten wie Suica ersetzen kein Shinkansen-Ticket.
    • Die Bahnhöfe wirken gross, sind aber gut beschildert.
    • Ich habe meine Tickets teilweise über Klook gebucht und damit gute Erfahrungen gemacht.
    • Wer einen Japan Rail Pass nutzen möchte, sollte vorher genau rechnen, ob er sich für die eigene Route lohnt.

    Zuletzt inhaltlich geprüft: September 2026

    Welche Shinkansen-Züge gibt es?

    Nicht jeder Shinkansen hält an denselben Stationen. Auf der stark genutzten Strecke zwischen Tokio, Kyoto und Osaka begegnen dir vor allem drei Namen.

    Nozomi

    Der Nozomi hält an vergleichsweise wenigen Stationen und ist dadurch die schnellste Variante auf dieser Strecke.

    Ohne Rail Pass war der Nozomi für meine Route meistens die naheliegendste Wahl, wenn ich möglichst direkt von einer grossen Stadt zur nächsten fahren wollte.

    Wichtig für Reisende mit Japan Rail Pass: Der Nozomi ist im normalen Japan Rail Pass nicht enthalten. Mit einem zusätzlichen Nozomi-/Mizuho-Ticket können Passinhaber ihn jedoch nutzen. (Stand September 2026)

    Hikari

    Der Hikari hält häufiger und braucht entsprechend etwas länger.

    Er ist insbesondere für Reisende mit Japan Rail Pass interessant, weil er im regulären Geltungsbereich des Passes enthalten ist.

    Kodama

    Der Kodama hält an sehr vielen Stationen und ist deshalb deutlich langsamer.

    Für eine direkte Fahrt zwischen Tokio und Kyoto würde ich ihn nicht gezielt wählen. Für kleinere Stationen entlang der Strecke kann er dagegen sinnvoll sein.

    Sitzplätze im Shinkansen

    Je nach Zug kannst du zwischen reservierten und nicht reservierten Plätzen wählen.

    Non-Reserved Seat (Jiyu-seki)

    In den nicht reservierten Wagen gibt es keine feste Sitzplatznummer.

    Das bedeutet:

    • du bist flexibel,
    • hast aber keinen garantierten Sitzplatz,
    • und musst bei hoher Auslastung unter Umständen stehen.

    Für kurze oder spontane Fahrten kann das praktisch sein.

    Reserved Seat (Shitei-seki)

    Hier bekommst du eine feste Wagen- und Sitzplatznummer.

    Auf längeren Strecken würde ich persönlich diese Variante bevorzugen. Gerade mit Gepäck ist es angenehm zu wissen, wo man sitzt und nicht zuerst nach einem freien Platz suchen zu müssen.

    Green Car

    Der Green Car entspricht ungefähr der ersten Klasse.

    Die Sitze sind breiter und es gibt mehr Platz. Für meine Reise war das nicht nötig – die normalen reservierten Sitzplätze fand ich bereits sehr komfortabel.

    Wichtig:
    In stark frequentierten Reisezeiten lohnt sich eine frühzeitige Reservierung besonders. Bei Nozomi-Zügen werden während bestimmten Hauptreisezeiten ausschliesslich reservierte Sitzplätze angeboten. (Stand September 2026)

    Gepäck im Shinkansen: Die 160 cm-Regel

    Eine der Fragen, die vor meiner Reise am kompliziertesten wirkte, war das Gepäck.

    Entscheidend ist die Summe aus Höhe + Breite + Tiefe.

    Mein Beispiel:

    • Höhe: 66 cm
    • Breite: 46 cm
    • Tiefe: 25 cm

    Das ergibt insgesamt 137 cm.

    Damit liegt der Koffer unter der relevanten Grenze von 160 cm.

    Gepäck bis 160 cm

    Koffer mit einer Summe der drei Seiten von höchstens 160 cm benötigen auf den betroffenen Shinkansen-Strecken keine spezielle Gepäckreservierung.

    Mit 137 cm liegt mein Koffer unter der 160 cm-Grenze und benötigt keine spezielle Gepäckreservierung. (Siehe Foto)

    Je nach Grösse kann das Gepäck in der Ablage, im Fussraum oder in einem vorgesehenen Gepäckbereich verstaut werden.

    Shinkansen Interieur 768x1024

    Gepäck über 160 bis 250 cm

    Auf dem Tokaido-, Sanyo-, Kyushu- und Nishi-Kyushu-Shinkansen gelten für sogenanntes Oversized Baggage besondere Regeln. Bei einer Summe aus Höhe, Breite und Tiefe von mehr als 160 bis maximal 250 cm ist eine Reservierung für einen Sitzplatz mit entsprechendem Gepäckbereich erforderlich.

    Wer einen Koffer mit 161 bis 250 cm mitnimmt, sollte einen Sitzplatz mit entsprechendem Gepäckbereich reservieren.

    Aktuelle Regeln: Die offiziellen Gepäckbestimmungen findest du bei JR Central.

    Gepäck über 250 cm

    Solches Gepäck darf nicht regulär mitgenommen werden.

    Bei sehr grossen Koffern kann deshalb ein Gepäckversand zwischen den Hotels die angenehmere Lösung sein.

    Shinkansen-Tickets buchen

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Shinkansen-Tickets zu kaufen.

    Buchung über Klook

    Ich habe auf meiner Reise auch Klook genutzt und fand die Buchung unkompliziert.

    Für mich waren vor allem folgende Punkte angenehm:

    • Die Buchung war für mich auch auf Deutsch unkompliziert
    • Bezahlung mit meiner normalen Kreditkarte
    • einfache Auswahl der Verbindung
    • unkomplizierte Abwicklung

    So lief meine Klook-Buchung ab

    1. Online buchen
    2. QR-Code erhalten
    3. Am Bahnhof am Automaten scannen
    4. Physisches Ticket ausdrucken
    5. Fertig

    Gerade nach einem langen Flug fand ich das deutlich entspannter, als mich direkt durch einen japanischen Ticketautomaten arbeiten zu müssen.

    Für mich war das unkompliziert. Nachteile sind der mögliche Aufpreis gegenüber einer Direktbuchung und die geringere Flexibilität bei spontanen Änderungen.

    Direkt bei JR

    Tickets lassen sich ebenfalls direkt über die offiziellen JR-Angebote, Automaten oder Schalter kaufen.

    Das hat den Vorteil, dass du direkt beim eigentlichen Bahnbetreiber buchst und je nach Tarif flexibler bei Änderungen bist.

    So läuft eine Shinkansen-Fahrt am Bahnhof ab

    1. Verbindung kontrollieren

    Auf deinem Ticket beziehungsweise deiner Buchung findest du Zugname, Abfahrtszeit, Wagen und Sitzplatz.

    2. Zum Shinkansen-Bereich gehen

    Grosse Bahnhöfe haben separate Zugänge für die Shinkansen-Gleise.

    3. Gleis und Wagen kontrollieren

    Auf den Anzeigen findest du Zugname, Abfahrtszeit, Ziel und Gleis.

    4. In der richtigen Reihe warten

    Die Wartelinien sind auf dem Boden markiert und der Zug hält sehr präzise an der vorgesehenen Position.

    5. Einsteigen und Platz suchen

    Mit reserviertem Sitzplatz gehst du direkt zu deiner Wagen- und Sitznummer.

    Was du während der Fahrt wissen solltest

    Suica und andere IC-Karten

    Eine Suica, PASMO oder ICOCA ist für den normalen Nahverkehr enorm praktisch.

    Ich habe die Suica während meiner Reise unter anderem für U-Bahn, lokale Züge, Busse, Convenience Stores und Getränkeautomaten genutzt.

    Wichtig ist aber: Eine normale Fahrt mit dem Shinkansen wird dadurch nicht automatisch bezahlt.

    Essen im Shinkansen: Ekiben

    Was ich vorher unterschätzt hatte, sind die sogenannten Ekiben.

    Dabei handelt es sich um Bento-Boxen, die an vielen Bahnhöfen verkauft werden und sich perfekt für die Fahrt eignen.

    WLAN und Strom

    Je nach Zug und Sitzplatz stehen WLAN und Steckdosen zur Verfügung.

    Auf das WLAN würde ich mich allerdings nicht verlassen.

    Kann man den Fuji aus dem Shinkansen sehen?

    Auf der Strecke zwischen Tokio und Kyoto beziehungsweise Osaka kann man bei guter Sicht den Fuji sehen.

    Wenn dir das wichtig ist, würde ich den Sitzplatz bereits bei der Buchung gezielt auswählen und die aktuelle Wagenkonfiguration kontrollieren. Von Tokio nach Osaka sollte man auf der rechten Seite einen Platz wählen, in der Gegenrichtung entsprechend die linke Seite.

    Typische Fehler

    Den falschen Bahnhof auswählen

    Besonders wichtig in Osaka: Osaka Station und Shin-Osaka sind nicht dasselbe. Wenn du mit dem Shinkansen nach Osaka fährst, solltest du deshalb bei der Routenplanung gezielt nach Shin-Osaka suchen.

    Zu spät am Bahnsteig erscheinen

    Japanische Züge warten nicht darauf, dass noch jemand gemütlich die Treppe hinunterkommt. Ich war deshalb lieber einige Minuten früher am Gleis, besonders wenn ich meinen Wagen noch suchen musste.

    Grosses Gepäck nicht prüfen

    Bei einem normalen Reisekoffer ist meist alles unkompliziert. Bei sehr grossen Koffern solltest du die Masse aber vorher kontrollieren.

    Den Rail Pass automatisch kaufen

    Der Japan Rail Pass ist nicht automatisch die günstigste Lösung. Rechne deine geplanten Langstrecken vorher einzeln zusammen und vergleiche sie mit dem Preis des Passes.

    Mit dem „JR Fare Calculator“ kann man berechnen, ob ein JR Pass Sinn macht oder nicht.

    Mein Fazit zum Shinkansen

    Der Shinkansen war für mich eines der Highlights meiner Japanreise – nicht, weil Zugfahren an sich spektakulär wäre, sondern weil das gesamte System so unkompliziert funktioniert, sobald man es einmal verstanden hat.

    Was würde ich wieder gleich machen? Einen Sitzplatz reservieren, mein Gepäck vorher ausmessen und Langstrecken bewusst mit dem Shinkansen planen.

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    Japan in 19 Tagen: Meine Route von Tokio bis Fukuoka

    Im Oktober und November 2025 bin ich während 19 Tagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Japan gereist. Meine Route führte von Tokio über Nagoya, Kyoto, Osaka und Hiroshima bis nach Fukuoka.

    Besonders gut funktioniert hat für mich die Kombination aus Shinkansen und lokalem ÖV. Gleichzeitig habe ich unterwegs gemerkt, dass nicht jeder Reisetag komplett durchgeplant sein muss – gerade Tokio hat mir ziemlich schnell gezeigt, wie wertvoll ein ungeplanter Ruhetag sein kann.

    Japanreise auf einen Blick

    • Reisezeit: Oktober/November 2025
    • Dauer: 19 Tage
    • Route: Tokio – Nagoya – Kyoto – Osaka – Hiroshima – Fukuoka
    • Anreise: Zürich – Hongkong – Tokio Narita mit Cathay Pacific
    • Unterkünfte: überwiegend Business Hotels
    • Fortbewegung: Shinkansen, lokale Züge, U-Bahn, Bus und Fähre
    • Weiterreise: ab Fukuoka nach Seoul

    Anreise und Fortbewegung

    Meine Reise begann am 19. Oktober 2025 in Zürich. Mit Cathay Pacific ging es über Hongkong nach Tokio Narita.

    Nach der Ankunft am Nachmittag des Folgetages nutzte ich den Airport Limousine Bus für die Fahrt in die Stadt. Gerade nach der langen Anreise fand ich es angenehm, das Gepäck einfach einzuladen und ohne weitere Umstiege Richtung Hotel zu fahren.

    Für den lokalen Verkehr wurde die Suica im Apple Wallet schnell zu meinem wichtigsten Begleiter. Damit konnte ich viele Züge, U-Bahnen und Busse unkompliziert bezahlen.

    Die längeren Strecken zwischen den Städten legte ich mit dem Shinkansen zurück. Das System funktionierte für mich schnell, zuverlässig und deutlich unkomplizierter, als ich es vor der Reise erwartet hatte.

    Wer sich speziell für den Verkehr in Tokio oder den Shinkansen interessiert, findet dazu separate Guides auf meiner Seite.

    Shinkansen 1024x781

    Meine Route auf einen Blick

    StationTageNächteWeiterreise
    TokioTag 1–77Shinkansen nach Nagoya
    NagoyaTag 81Shinkansen nach Kyoto
    Kyoto & NaraTag 9–113Weiter nach Osaka
    OsakaTag 12–143Shinkansen nach Hiroshima
    Hiroshima & MiyajimaTag 15–162Shinkansen nach Fukuoka
    FukuokaTag 17–193Flug nach Seoul

    Die Route von Tokio bis Fukuoka hat für mich sehr gut funktioniert. Bei einer kürzeren Reise würde ich am ehesten Nagoya streichen und die zusätzliche Zeit auf Tokio, Hiroshima oder Fukuoka verteilen.

    Meine Route durch Japan

    Tokio: Tag 1–7

    Nach der Landung in Tokio checkte ich zuerst im Hotel Wing International Ikebukuro ein. Aufgrund der langen Anreise ging es danach praktisch direkt ins Bett.

    Am ersten vollen Tag startete ich in Shinjuku. Schon der Bahnhof war eine Erfahrung für sich – den richtigen Ausgang zu finden, ist beim ersten Besuch tatsächlich eine kleine Herausforderung.

    Von dort ging es zum Tokyo Metropolitan Government Building. Die kostenlose Aussichtsplattform im 45. Stock bietet einen weiten Blick über Tokio und bei klarer Sicht sogar Richtung Fuji.

    Anschliessend lief ich weiter zum Meiji-Schrein und danach nach Harajuku.

    Die Takeshita Street war mir persönlich zu touristisch. Deutlich spannender fand ich die Menschenmassen am Shibuya Crossing.

    Am Abend ging es zurück nach Shinjuku. Dort besuchte ich zuerst Omoide Yokocho mit seinen engen Gassen und kleinen Grillrestaurants, danach Kabukicho und Golden Gai.

    Golden Gai mit seinen winzigen Bars fand ich besonders interessant. Viele Lokale sind nur wenige Quadratmeter gross und verlangen teilweise eine kleine Cover Charge.

    Ein ungeplanter Ruhetag

    Am dritten Tag machten sich Jetlag und die vielen Eindrücke bemerkbar.

    Statt das geplante Programm trotzdem durchzuziehen, legte ich praktisch einen Ruhetag ein. Das Hotel verliess ich nur kurz für einen Abstecher zum nächsten 7-Eleven.

    Im Nachhinein würde ich bei einer längeren Japanreise solche Pausen sogar bewusst einplanen. Tokio ist intensiv, und sieben komplett durchgeplante Tage hintereinander wären mir zu viel gewesen.

    Fuji-Tour

    Am vierten Tag ging es auf eine organisierte Tour Richtung Fuji.

    Am Oishi Park am Kawaguchiko hatten wir Glück: Die Wolken verzogen sich und gaben den Blick auf den Fuji frei.

    Weitere Stopps führten unter anderem zu einem traditionellen Dorf und zum Arakurayama Sengen Park mit der bekannten Pagode.

    Gerade dort waren viele andere Besucher unterwegs. Die Aussicht und das bekannte Motiv fand ich trotzdem beeindruckend.

    Fuji Kawaguchikosee 768x1024

    Weitere Tage in Tokio

    Die restlichen Tage in Tokio waren eine Mischung aus Kultur, Shopping und verschiedenen Stadtvierteln.

    Bei Ichiran probierte ich Ramen in den typischen Einzelkabinen. Gerade als Alleinreisender fand ich das Konzept unkompliziert. Weitere Stationen waren Ginza, Asakusa, der Tokyo Skytree, Shimokitazawa, die Gärten des Kaiserpalasts und der Ameyoko Market.

    Besonders angenehm fand ich, dass sich die verschiedenen Viertel teilweise völlig unterschiedlich anfühlen. Tokio besteht nicht nur aus Neonlichtern und Hochhäusern.

    Asakusa Schrein 768x1024

    Nagoya: Tag 8

    Von Tokio ging es mit dem Shinkansen weiter nach Nagoya.

    Dort besuchte ich die Burg Nagoya, den Great Buddha of Shuurakuen und den Atsuta-jingu-Schrein.

    Der Great Buddha of Shuurakuen war für mich besonders spannend, weil dort praktisch keine Touristen unterwegs waren. Anders als bei vielen bekannteren Sehenswürdigkeiten.

    Nagoya hat sich für mich für eine Nacht gelohnt. Bei einer kürzeren Japanreise wäre es aber wahrscheinlich die erste Station, die ich streichen würde, um mehr Zeit für andere Orte zu haben.

    Kyoto und Nara: Tag 9–11

    Von Nagoya ging es weiter nach Kyoto.

    Mein Hotel lag direkt beim Bahnhof, was die Anreise mit Gepäck sehr einfach machte.

    Fushimi Inari am Abend

    Am ersten Abend besuchte ich den Fushimi-Inari-Schrein.

    Ich war erst später am Tag dort und fand die Stimmung zwischen den Tori bei Dunkelheit besonders angenehm. Im Vergleich zu den Bildern, die man tagsüber von den grossen Menschenmengen kennt, war es deutlich ruhiger.

    Danach ging es noch durch Gion.

    Fushimi Inari 768x1024
    Den Fushimi-Inari-Schrein besuchte ich erst später am Tag – eine Entscheidung, die ich wieder so treffen würde.

    Die bekannten Sehenswürdigkeiten

    Am nächsten Tag standen einige der bekanntesten Orte Kyotos auf dem Programm.

    Zuerst ging es zum Kinkaku-ji, danach zum Kaiserpalast und später zum Kiyomizu-dera.

    Gerade rund um den Kiyomizu-dera empfand ich die Menschenmassen als anstrengend. Die engen Gassen auf dem Weg dorthin waren stark gefüllt. Der Tempel selbst und die Aussicht über die Stadt waren trotzdem sehenswert.

    Tagesausflug nach Nara

    Am dritten Tag machte ich einen Ausflug nach Nara.

    Die bekannten Hirsche waren natürlich überall präsent. Mein persönliches Highlight war aber der Tōdai-ji mit seiner grossen bronzenen Buddha-Statue.

    Bevor es weiter nach Osaka ging, besuchte ich zusätzlich noch das Eisenbahnmuseum in Kyoto.

    Gerade nach den vielen Shinkansen-Fahrten fand ich den Einblick in die Geschichte der japanischen Eisenbahn spannend.

    Osaka: Tag 12–14

    Von Kyoto nach Osaka dauerte die Fahrt nur kurz.

    Meine Ankunft fiel auf Halloween. Rund um Dotonbori und die Ebisu-Brücke war entsprechend viel los, und Teile des Gebiets waren polizeilich gesichert. Trotz der Menschenmassen genoss ich dort mein erstes Okonomiyaki in Osaka.

    An den folgenden Tagen besuchte ich unter anderem die Tenjinbashi-suji Shoppingstrasse, die Burg Osaka, Abeno Harukas, Shinsekai und den Namba Yasaka Shrine.

    Am letzten Abend ging es auf das Umeda Sky Building.

    Die verglaste Rolltreppe zwischen den beiden Türmen und der Blick über Osaka haben mir dort besonders gefallen.

    Hiroshima und Miyajima: Tag 15–16

    Von Osaka brachte mich der Shinkansen weiter nach Hiroshima.

    Der Besuch des Friedensparks und der Atombombenkuppel war einer der nachdenklichsten Momente der Reise.

    In unmittelbarer Nähe befinden sich auch das neue Fussballstadion und die rekonstruierte Burg Hiroshima.

    Kulinarisch probierte ich hier die Hiroshima-Variante von Okonomiyaki. Im Gegensatz zur Osaka-Version werden die Zutaten geschichtet.

    Die Zubereitung direkt vor mir am Tresen fand ich fast genauso interessant wie das Essen selbst.

    Atombombenkuppel 1024x768

    Tagesausflug nach Miyajima

    Am nächsten Tag ging es mit Zug und Fähre nach Miyajima.

    Das bekannte Torii im Wasser war entsprechend stark besucht. Da die Schlange für Fotos am Wasser sehr lang war, verzichtete ich auf das klassische Bild und ging stattdessen Richtung Seilbahn.

    Von dort fuhr ich weiter zum Shishiiwa Observatory.

    Der Blick über die Bucht von Hiroshima war für mich deutlich interessanter als das Warten auf ein perfektes Standardfoto.

    Fukuoka: Tag 17–19

    Meine letzte Station in Japan war Fukuoka auf der Insel Kyushu.

    Ein Highlight war der Nanzoin-Tempel mit seiner rund 41 Meter langen liegenden Buddha-Statue. Für die Anfahrt musste ich ungefähr 30 Minuten einplanen. Für mich hat sich der Ausflug gelohnt.

    In der Stadt besuchte ich unter anderem Canal City und den Nishi Park. Am letzten vollen Tag ging es zum Fukuoka Tower und anschliessend zu Fuss weiter Richtung Ohori Park.

    Im November waren die Temperaturen mit rund 22 Grad angenehm genug für einen längeren Spaziergang.

    Den Abschluss meiner Japanreise bildete der kostenlose Aussichtspunkt im Hakata Port Tower. Am nächsten Tag ging es weiter zum Flughafen und anschliessend nach Seoul.

    Was mir besonders gefallen hat

    Am stärksten in Erinnerung geblieben sind mir nicht nur einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem die Unterschiede zwischen den Städten.

    Tokio war intensiv und riesig. Kyoto wirkte historischer, aber auch deutlich touristischer. Osaka fühlte sich lebhafter und kulinarischer an, Hiroshima wiederum ruhiger und geschichtlicher. Fukuoka war für mich ein angenehmer Abschluss der Reise.

    Besonders gut funktioniert hat ausserdem der öffentliche Verkehr.

    Die langen Strecken mit dem Shinkansen fühlten sich nie wie verlorene Reisetage an. Dadurch konnte ich relativ viele Städte besuchen, ohne ständig das Gefühl zu haben, nur unterwegs zu sein.

    Was ich anders machen würde

    Bei einer nächsten Japanreise würde ich vor allem eines ändern: mehr Luft zwischen den Programmpunkten. Der ungeplante Ruhetag in Tokio hat mir ziemlich schnell gezeigt, dass nicht jeder Tag komplett gefüllt sein muss.

    Gerade in grossen Städten wie Tokio, Kyoto oder Osaka entsteht sonst schnell das Gefühl, nur noch eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abzuhaken.

    Nagoya würde ich bei weniger Reisezeit vermutlich streichen und die zusätzliche Nacht eher in Tokio, Hiroshima oder Fukuoka verbringen.

    Kyoto würde ich weiterhin besuchen, aber stark frequentierte Orte möglichst früh am Morgen oder später am Abend einplanen.

    Mein Fazit zu meiner Japanreise

    Die Route von Tokio bis Fukuoka hat für mich insgesamt sehr gut funktioniert.

    Durch den Shinkansen lassen sich mehrere grosse Städte miteinander verbinden, ohne dass jeder Ortswechsel einen kompletten Reisetag beansprucht.

    Besonders gefallen hat mir, wie unterschiedlich sich die einzelnen Stationen angefühlt haben. Obwohl ich fast drei Wochen im selben Land unterwegs war, wirkte kaum eine Stadt wie die vorherige.

    Würde ich die Reise nochmals so planen? Grundsätzlich ja.

    Ich würde allerdings bewusst mehr Pausen einplanen und weniger versuchen, jeden Tag vollständig auszunutzen.

    Meine Tipps für eine Japan-Rundreise

    • Nicht jeden Tag komplett verplanen. Gerade bei einer längeren Reise sind Pausen wichtiger, als ich vorher dachte.
    • Hotels in Bahnhofsnähe wählen. Das war besonders in Kyoto mit Gepäck sehr angenehm.
    • Suica nutzen. Für den lokalen Verkehr war die Karte im Apple Wallet für mich extrem praktisch.
    • Shinkansen-Strecken vorher grob planen. So kannst du besser einschätzen, ob einzelne Tickets oder ein Rail Pass für deine Route sinnvoller sind.
    • Beliebte Orte zu Randzeiten besuchen. Das hat bei Fushimi Inari für mich deutlich besser funktioniert.
    • Nicht jede Stadt erzwingen. Wenn die Zeit knapp ist, würde ich lieber eine Station streichen und dafür an anderen Orten länger bleiben.

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  • Öffentlicher Verkehr in Tokio: Suica, Metro und meine Erfahrungen

    Öffentlicher Verkehr in Tokio: Suica, Metro und meine Erfahrungen

    Tokios öffentlicher Verkehr wirkt auf den ersten Blick kompliziert: mehrere Bahnbetreiber, riesige Stationen und Linienpläne, die eher wie ein eigenes Universum aussehen. Vor meiner Reise hatte ich entsprechend Respekt davor. In der Praxis habe ich mich aber überraschend schnell zurechtgefunden.

    Am wichtigsten waren für mich drei Dinge: Suica auf dem iPhone, Google Maps und die gute Beschilderung an den Bahnhöfen. Sobald man diese drei Punkte verstanden hat, wird das Unterwegssein in Tokio deutlich einfacher.

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Eine Suica oder PASMO macht Fahrten mit Bahn, U-Bahn und Bus deutlich einfacher.
    • Ich habe die Suica direkt im Apple Wallet genutzt.
    • Mit aktiviertem Expressmodus musste ich mein iPhone an den Schranken nicht entsperren.
    • Google Maps hat mir sehr zuverlässig gezeigt, welche Linie, welcher Bahnsteig und teilweise sogar welcher Wagen sinnvoll ist.
    • Bei grossen Stationen ist der richtige Ausgang fast genauso wichtig wie die richtige Linie.
    • Die verschiedenen Bahnbetreiber sind im Alltag weniger kompliziert, als sie zuerst wirken.
    • Für längere Strecken innerhalb Japans brauchst du separate Shinkansen-Tickets.

    So funktioniert der öffentliche Verkehr in Tokio

    Tokio hat nicht einfach «die Metro». Im Alltag begegnen dir unter anderem JR-Linien, Tokyo Metro, Toei Subway und verschiedene private Bahngesellschaften.

    Das klingt zunächst komplizierter, als es im Alltag tatsächlich ist. Als Reisender musst du nicht jedes Unternehmen im Detail kennen. Mit einer IC-Karte wie Suica oder PASMO kannst du bei sehr vielen Verbindungen einfach durch die Schranke gehen, ohne jedes Mal ein separates Ticket kaufen zu müssen.

    Nach wenigen Tagen spielte es für mich deshalb kaum noch eine Rolle, welcher Betreiber hinter einer bestimmten Linie stand.

    Linienfarben, Kürzel und Stationsnummern

    Eine grosse Hilfe sind die Farben, Buchstaben und Stationsnummern der einzelnen Linien.

    Dadurch musst du dir nicht jeden japanischen Stationsnamen merken. Stattdessen kannst du dich beispielsweise an der Linienbezeichnung und Stationsnummer orientieren.

    Nach wenigen Tagen fand ich dieses System deutlich intuitiver, als es auf einem Linienplan zunächst aussieht.

    Die Yamanote Line: Praktisch für den ersten Überblick

    Eine Linie habe ich während meines Aufenthalts besonders häufig genutzt: die Yamanote Line.

    Sie fährt ringförmig durch zentrale Teile Tokios und verbindet unter anderem:

    • Ikebukuro
    • Shinjuku
    • Shibuya
    • Shinagawa
    • Tokyo Station
    • Ueno

    Für meinen Aufenthalt war sie eine Art Grundgerüst des Verkehrsnetzes. Ich musste zwar regelmässig auf andere Linien umsteigen, aber gerade am Anfang half mir die Yamanote Line dabei, ein Gefühl für die Stadt zu bekommen.

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    Die Yamanote Line verbindet viele wichtige Stadtteile und Bahnhöfe im Zentrum Tokios.

    Suica: Für mich die einfachste Lösung

    Die Suica war während meiner Japanreise wahrscheinlich das praktischste Hilfsmittel überhaupt.

    Dabei handelt es sich um eine wiederaufladbare IC-Karte, die unter anderem für viele Züge, U-Bahnen und Busse genutzt werden kann. Zusätzlich wird sie auch in zahlreichen Geschäften, Convenience Stores und Getränkeautomaten akzeptiert. Die Suica funktioniert ausserdem in vielen weiteren Regionen Japans, in denen kompatible IC-Karten akzeptiert werden.

    Ich hatte keine physische Karte dabei, sondern habe die Suica direkt auf meinem iPhone eingerichtet.

    Suica im Apple Wallet einrichten

    Auf einem kompatiblen iPhone lässt sich die Suica direkt in der Wallet-App hinzufügen. Dort wählst du unter den ÖPNV-Karten die Suica aus und kannst anschliessend Guthaben aufladen. Apple unterstützt neben Suica in Japan auch PASMO, ICOCA und TOICA im Wallet.

    Bei mir sah die digitale Suica danach so aus:

    Suica Apple Wallet 991x1024
    Meine Suica im Apple Wallet. Das verfügbare Guthaben wird direkt auf der Karte angezeigt.

    Expressmodus: Ohne Face ID durch die Schranke

    Besonders praktisch fand ich den Expressmodus.

    Ist die Suica als Express-ÖPNV-Karte eingerichtet, musst du beim Ein- und Aussteigen weder Face ID noch deinen Code verwenden. Das iPhone wird einfach an das Lesegerät gehalten. Du musst dafür auch keine App öffnen.

    Gerade an stark frequentierten Stationen macht das einen überraschend grossen Unterschied.

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    Meine Suica war als Express-ÖPNV-Karte eingerichtet. Dadurch musste ich das iPhone beim Passieren der Schranken nicht entsperren.

    Ein- und Aussteigen, Guthaben und Fahrpreise

    Beim Betreten des Bahnhofs hältst du das iPhone beziehungsweise die Suica an das Lesegerät der Schranke. Am Ziel machst du dasselbe noch einmal.

    Der Fahrpreis wird automatisch vom vorhandenen Guthaben abgezogen. Du musst also nicht vor jeder Fahrt zuerst herausfinden, welches Ticket du brauchst oder wie viel die Strecke genau kostet. Falls das Guthaben knapp wird, kannst du die Suica wieder aufladen.

    Die Fahrpreise hängen von der Strecke und teilweise auch vom Betreiber ab. Praktisch fand ich deshalb, dass Google Maps bei vielen Verbindungen direkt den erwarteten Preis angezeigt hat.

    Maps Kosten 532x1024
    Google Maps zeigte mir bei vielen Verbindungen direkt die erwarteten Fahrtkosten an.

    So konnte ich bereits bei der Planung sehen, wie lange die Fahrt dauert, wie oft ich umsteigen muss und was sie ungefähr kostet.

    Google Maps: Mein wichtigstes Navigations-Tool in Tokio

    Für die Navigation habe ich fast durchgehend Google Maps verwendet. Das hat bei meiner Reise sehr gut funktioniert.

    Besonders hilfreich war, dass mir nicht nur eine Linie angezeigt wurde. Die App gab teilweise sehr konkrete Hinweise:

    • Linie und Fahrtrichtung
    • Abfahrtszeit
    • Bahnsteig
    • Anzahl Stationen
    • voraussichtliche Fahrtkosten
    • empfohlener Ausgang
    • teilweise sogar die beste Wagenposition

    Gerade in Tokio sind diese zusätzlichen Informationen enorm hilfreich.

    Der richtige Bahnhofsausgang

    Eine grosse Station in Tokio kann Dutzende Ausgänge haben. Wenn du am richtigen Bahnhof aussteigst, bist du deshalb noch lange nicht automatisch dort, wo du tatsächlich hinmöchtest.

    Besonders deutlich wurde mir das in Shinjuku. Dort kann ein falscher Ausgang bedeuten, dass du plötzlich auf der falschen Seite eines riesigen Bahnhofskomplexes stehst.

    Google Maps zeigte mir deshalb teilweise nicht nur die Verbindung, sondern auch den konkreten Ausgang an.

    Maps Infos 611x1024
    Google Maps zeigte mir neben Bahnsteig und Fahrtrichtung teilweise auch den empfohlenen Ausgang und die beste Wagenposition an.

    Auf meinem Screenshot sieht man beispielsweise:

    • Yamanote Line
    • Bahnsteig 6
    • East Exit (North)
    • Keio Department Store Exit
    • empfohlene Wagenposition

    Genau solche Angaben machten die Navigation für mich wesentlich einfacher.

    Warum sogar der richtige Wagen hilfreich sein kann

    Was ich vor der Reise nicht erwartet hatte: Google Maps zeigte mir teilweise sogar an, in welchem Wagen ich am besten einsteigen sollte.

    Bei langen Zügen und grossen Bahnhöfen kann das durchaus hilfreich sein. Wenn du direkt in der Nähe der richtigen Treppe oder des passenden Ausgangs aussteigst, sparst du dir teilweise längere Wege durch die Station.

    Ich habe mich nicht bei jeder Fahrt daran gehalten. Bei grossen Bahnhöfen fand ich die Information aber sehr praktisch.

    Umsteigen zwischen verschiedenen Betreibern

    Gerade vor meiner Reise hatte ich erwartet, dass das Wechseln zwischen verschiedenen Bahngesellschaften kompliziert sein würde. In der Praxis war es deutlich einfacher.

    Teilweise verlässt man beim Umsteigen einen Bereich durch eine Schranke und betritt anschliessend einen anderen. Mit der Suica musste ich mir darüber im Alltag kaum Gedanken machen: Smartphone an das Lesegerät halten und der Beschilderung folgen.

    Wichtige Stationen während meiner Reise

    Einige Bahnhöfe sind mir während meiner Reise besonders häufig begegnet. Nicht jeder dieser Bahnhöfe ist für jede Reise gleich wichtig. Sie zeigen aber gut, wie unterschiedlich die grossen Verkehrsknotenpunkte Tokios sein können.

    Ikebukuro: Mein Ausgangspunkt

    Ich habe während meines Aufenthalts in Tokio in Ikebukuro übernachtet. Die Lage fand ich für meine Reise sehr praktisch.

    Ikebukuro ist ein grosser Bahnhof mit mehreren Bahn- und U-Bahn-Linien und liegt direkt an der Yamanote Line. Dadurch konnte ich viele Ziele mit wenigen oder gar keinen Umstiegen erreichen.

    Bei der Hotelauswahl würde ich deshalb mindestens genauso stark auf die Bahnanbindung wie auf das eigentliche Viertel achten. Eine gute Verbindung kann im Alltag wichtiger sein als ein Hotel direkt neben einer bekannten Sehenswürdigkeit.

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    Ikebukuro war während meines Aufenthalts mein Ausgangspunkt für die meisten Fahrten durch Tokio.

    Shinjuku und Shibuya

    Shinjuku und Shibuya gehören zu den bekanntesten, aber auch grössten und meistfrequentierten Stationen Tokios.

    Gerade hier war der Hinweis auf den richtigen Ausgang für mich besonders hilfreich. Wer einfach irgendeinen Ausgang nimmt, kann schnell deutlich weiter vom eigentlichen Ziel entfernt landen als erwartet.

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    Rund um Shibuya wird schnell deutlich, wie dicht und belebt Tokio sein kann.

    Tokyo Station

    Tokyo Station ist vor allem relevant, wenn du zusätzlich mit dem Shinkansen durch Japan reist. Von hier starten zahlreiche Fernverkehrsverbindungen.

    Für reine Fahrten innerhalb Tokios musst du nicht zwingend hier vorbeikommen. Bei einer Japan-Rundreise wird der Bahnhof dagegen schnell wichtig.

    Wie ich meine längeren Zugfahrten organisiert habe, erkläre ich ausführlicher in meinem Shinkansen-Guide.

    Asakusa und Orte abseits der Yamanote Line

    Nicht alle bekannten Viertel liegen direkt an der Yamanote Line. Asakusa ist ein gutes Beispiel dafür.

    Genau deshalb würde ich die Yamanote Line nicht als «die Linie für Tokio» betrachten. Mit Google Maps und Suica spielte es für mich im Alltag kaum eine Rolle, ob ich mit JR, Tokyo Metro oder einem anderen Betreiber unterwegs war.

    Was du im Alltag beachten solltest

    Neben Navigation und Tickets gibt es ein paar Dinge, die mir während der Fahrten aufgefallen sind.

    Rushhour: Wie voll wird es?

    Tokio ist für extrem volle Züge bekannt.

    Ich habe durchaus sehr volle Verbindungen erlebt, aber längst nicht jede Fahrt war unangenehm. Wie voll es wird, hängt stark von Uhrzeit, Strecke und Linie ab.

    Wenn du flexibel bist, würde ich die klassische morgendliche Pendlerzeit möglichst vermeiden.

    Google Maps zeigte mir teilweise zusätzlich Informationen zur erwarteten beziehungsweise gemeldeten Auslastung an. Solche Hinweise können bei der Wahl zwischen mehreren ähnlichen Verbindungen hilfreich sein.

    Verhalten in Bahn und U-Bahn

    Was mir schnell aufgefallen ist: Selbst volle Züge sind häufig erstaunlich ruhig.

    Einige Regeln waren vor Ort schnell erkennbar:

    • zuerst aussteigen lassen
    • in den markierten Bereichen warten
    • Gespräche eher leise führen
    • nicht laut telefonieren
    • Gepäck nicht unnötig im Weg stehen lassen

    Auch das Warten am Bahnsteig funktioniert sehr geordnet. Die Positionen, an denen sich die Türen befinden und die Warteschlangen bilden, sind vielerorts am Boden markiert.

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    An vielen Bahnsteigen ist klar markiert, wo gewartet und eingestiegen wird.

    Fahren die Züge die ganze Nacht?

    Nein. Die meisten normalen Bahn- und U-Bahn-Linien verkehren nachts nicht durchgehend.

    Die genaue letzte Verbindung hängt von Linie, Station und Wochentag ab. Wenn du abends länger unterwegs bist, solltest du sie deshalb rechtzeitig in der App prüfen.

    Gerade in Vierteln wie Shinjuku oder Shibuya kann man schnell vergessen, wie spät es bereits ist.

    Flughafentransfer: Narita oder Haneda

    Tokio besitzt mit Narita und Haneda zwei grosse Flughäfen. Welche Verbindung in die Stadt am sinnvollsten ist, hängt stark davon ab, wo deine Unterkunft liegt.

    Vom Flughafen Narita nach Tokio

    Narita liegt relativ weit ausserhalb des Zentrums.

    Typische Möglichkeiten für die Fahrt nach Tokio sind:

    • Narita Express: verbindet den Flughafen mit verschiedenen wichtigen Stationen in Tokio.
    • Keisei Skyliner: besonders interessant für Ziele rund um Ueno und Nippori.
    • Airport Limousine Bus: fährt verschiedene zentrale Haltepunkte und Hotels an.

    Ich selbst habe nach meiner Ankunft den Airport Limousine Bus genutzt.

    Nach dem langen Flug fand ich das sehr angenehm: Koffer einladen, hinsetzen und erst einmal ankommen. Dadurch musste ich mich nicht direkt nach der Landung mit Gepäck durch mehrere Bahnhöfe bewegen.

    Vom Flughafen Haneda nach Tokio

    Haneda liegt deutlich näher an der Innenstadt.

    Von dort gibt es unter anderem Verbindungen mit:

    • Keikyu Line
    • Tokyo Monorail
    • Airport Bus
    • Taxi

    Welche Variante sinnvoll ist, hängt wiederum vom Standort deiner Unterkunft ab.

    Bei vergleichbaren Flugpreisen und Flugzeiten würde ich aufgrund der kürzeren Anreise persönlich Haneda bevorzugen. Meine eigene Ankunft über Narita hat aber ebenfalls problemlos funktioniert.

    Häufige Fragen zur Suica

    Brauche ich Suica oder reichen Einzeltickets?

    Einzeltickets funktionieren natürlich ebenfalls. Für eine mehrtägige Reise würde ich trotzdem wieder eine IC-Karte verwenden.

    Der grösste Vorteil war für mich nicht der Preis, sondern die Bequemlichkeit. Ich musste nicht bei jeder Fahrt zuerst den richtigen Tarif herausfinden und ein Ticket kaufen – ich hielt einfach das iPhone an die Schranke.

    Gerade in einer Stadt wie Tokio empfand ich das als enorm praktisch.

    Funktioniert Suica auch ausserhalb Tokios?

    Ja, in vielen Regionen.

    Die grossen japanischen IC-Karten sind in zahlreichen Gebieten miteinander kompatibel. Dadurch konnte ich meine Suica auch während anderer Teile meiner Japanreise für lokale Verbindungen nutzen. Wichtig ist allerdings: Eine Fahrt muss grundsätzlich innerhalb eines kompatiblen Nutzungsgebiets beginnen und enden. Getrennte Gebiete lassen sich nicht einfach als eine durchgehende IC-Karten-Fahrt verbinden.

    Für den normalen Nahverkehr in vielen grossen Städten war die Suica für mich trotzdem sehr vielseitig.

    Kann ich mit Suica den Shinkansen bezahlen?

    Eine Suica ersetzt ein Shinkansen-Ticket nicht automatisch.

    Für meine längeren Fahrten zwischen Tokio, Nagoya, Kyoto, Osaka, Hiroshima und Fukuoka habe ich separate Shinkansen-Tickets verwendet.

    Es gibt zwar spezielle Systeme, bei denen eine registrierte Suica mit entsprechenden Shinkansen-Buchungen verwendet werden kann. Für die meisten Reisenden ist das im Alltag allerdings nicht relevant.

    Wie Buchung, Sitzplatzreservierung und Gepäckregeln funktionieren, erkläre ich ausführlich in meinem Shinkansen-Guide.

    Mein Fazit zum öffentlichen Verkehr in Tokio

    Vor meiner Reise wirkte Tokios Verkehrsnetz auf mich deutlich komplizierter, als es sich später im Alltag angefühlt hat.

    Entscheidend waren für mich drei Dinge: Suica im Apple Wallet, Google Maps und die gute Beschilderung an den Stationen. Sobald ich verstanden hatte, dass ich nicht das gesamte Netz kennen muss, wurde das Unterwegssein deutlich entspannter.

    Bei einer nächsten Reise würde ich deshalb wieder genauso vorgehen: Suica auf dem iPhone einrichten, Google Maps verwenden und bei grossen Stationen konsequent auf Bahnsteig und Ausgang achten.

    Besonders überrascht hat mich, wie detailliert die Navigation funktioniert. Dass Google Maps teilweise sogar den sinnvollsten Wagen oder Bahnhofsausgang anzeigt, hatte ich vorher nicht erwartet.

    Wer zum ersten Mal nach Tokio reist, muss sich deshalb meiner Erfahrung nach nicht vom Linienplan abschrecken lassen. Nach den ersten Fahrten wird das System erstaunlich schnell verständlich.

    Meine Tipps für den ÖV in Tokio

    • Suica vor oder zu Beginn der Reise einrichten. Für mich war die digitale Variante im Apple Wallet ideal.
    • Expressmodus nutzen. Dann musst du dein iPhone an der Schranke nicht jedes Mal entsperren.
    • Den Ausgang in Google Maps beachten. Gerade bei grossen Bahnhöfen spart das unnötige Wege.
    • Bei grossen Stationen auch auf die Wagenempfehlung achten. Das kann beim Aussteigen oder Umsteigen Zeit sparen.
    • Die letzte Verbindung prüfen. Die Züge fahren nicht die ganze Nacht.
    • Bei der Unterkunft die Bahnanbindung berücksichtigen. Ikebukuro funktionierte für mich sehr gut.
    • Nicht versuchen, das gesamte Netz vorher zu lernen. Vor Ort ist die Navigation wesentlich einfacher, als der Linienplan vermuten lässt.

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